Alkohol und Zigaretten zählen wie Kaffee und Zucker zu den Genussmitteln. Doch wie viel Genuss bleibt denn eigentlich, wenn aus dem vermeintlichen, doch nur kurzzeitigen „Genuss“ Krankheitsrisiken entstehen, die allgemeine Sterberate ansteigt und man nicht mehr ohne diese Mittel leben kann? Dann ist aus dem Genussmittel längst ein Suchtmittel geworden, das — wie zahlreiche Studien seit langem bestätigen –, der Gesundheit massiv schadet.
Rauchen: Alles andere als cool und hip
Sowohl Alkohol als auch Tabak in Form von Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen zählen zu den beliebtesten legalen Drogen der Deutschen. Kaum vorstellbar, dass das Rauchen tatsächlich mal ein Trend war, der als cool und hip galt. Doch wie cool kann es sein, an Lungenkrebs, Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Atemwegserkrankungen zu leiden und an den Folgen verfrüht zu sterben? Und wie hip ist es, aus dem Mund wie ein Aschenbecher zu riechen und bei besonders starkem Tabakkonsum stets röchelnd zu husten und einen schleimigen Auswurf zu haben? Gelb verfärbte Zähne und Hände geben auch äußerlich keine besonders attraktive Erscheinung ab.
Alkohol: „Ein Glas Wein schadet doch nicht!“
Auch Alkohol birgt enorme Risiken — insbesondere bei regelmäßigem Konsum. Das Glas Wein am Abend, das man sich nach einem anstrengenden Tag „wirklich verdient“ hat oder die drei Bier in der Kneipe beim Fußball-Abend mit den Freunden mögen für die meisten zunächst einmal kein Gefahrenpotential darstellen. Doch Alkohol hat immense Auswirkungen auf unseren Organismus und vor allem auf unseren Stoffwechsel. Daran erinnert uns immer wieder das schlechte Gefühl am nächsten Tag: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Müdigkeit — auch als „Kater“ bekannt und verharmlost — bestätigen, dass alkoholische Getränke Gift für unseren Körper sind. Er möchte dieses so schnell wie möglich wieder loswerden.
Leider wird der Konsum von vermeintlichen Genussmitteln mit erhöhtem Sterberisiko von der Werbeindustrie in etlichen Werbekampagnen immer noch mit Gefühlen wie Freiheit, Luxus und Unabhängigkeit schmackhaft gemacht. Dass aber genau das Gegenteil eintritt und man von diesen Mitteln abhängig werden kann, bleibt bloß eine kleingedruckte Warnung. Auch die auf den Zigarettenschachteln abschreckenden Bilder von offenen Wundern oder Krebs im Mund- und Rachenraum helfen bei bereits süchtigen Menschen kaum. Beim Alkohol gibt es nur wenige solcher warnenden Hinweise. Stattdessen ist die soziale Komponente von Alkohol stets im Vordergrund. Damit assoziiert wird das gemütliche Beisammensein sowie lockere Stimmung mit Freunden, der Familie oder Verwandten. Bei Festivitäten ist er stets ein gern gesehener Gast.
2020: Endlich von Suchtmitteln befreien
Das Jahr ist ganz frisch und viele von uns haben die sogenannten „guten Vorsätze“ auch für 2020 gefasst. Vielleicht hast du dir ja vorgenommen, diesen beiden Suchtmitteln — Alkohol und Nikotin — den Kampf anzusagen und dich Stück für Stück von ihnen zu lösen? Wie mit jeder Sucht wird es vermutlich nicht besonders einfach sein, diese lieb-gewonnenen „Genüsse“ wieder loszuwerden. Doch oftmals ist der erste Schritt schon getan, wenn wir uns eingestehen, dass wir es alleine nicht schaffen und uns Hilfe suchen. Achtsames Einfühlen in den eigenen Körper während des Konsums jeglicher Genussmittel kann uns häufig schon einen Hinweis darauf geben, warum wir diese Zigarette oder das Glas Wein gerade jetzt in diesem Moment unbedingt benötigen.
Hinterfrage deine bisherigen Gewohnheiten und etabliere neue, gesunde Rituale
Ist es Stress, Langeweile, eine andere Emotion, die Situation an sich, unsere Umgebung, die uns dazu verleitet oder eine innere Leere, die gefüllt werden muss? Was ist es bei dir? Und wie fühlt sich die Vorstellung an, deine Vorsätze dieses Jahr wirklich einhalten und den Schritt in ein gesünderes Jahr voller Freiheit und Unabhängigkeit tatsächlich gehen zu können? Was wäre, wenn du diese Genussmittel aufgeben könntest und dir andere wahre Genüsse suchst?
So kannst du etwa ein stressigen Tag in Zukunft mit einem ausgedehnten Spaziergang und einigen tiefen Atemzügen, einer Stunde Yoga oder einem netten Kochabend mit Freunden ausklingen lassen. Auch mit einem warmen Bad, stimmungsvoller Musik oder einem guten Buch ist Entspannung möglich. Suche dir deine persönlichen Oasen und baue sie nicht nur am Wochenende ein, sondern integriere sie ebenso in deinen Alltag. Ich wünsche dir ein Jahr voller Gesundheit und Mut, neue Wege zu gehen.
