Pulstest nach Dr. Coca

Portrait Dr. Coca und graphische Darstellung des Pulses

1958 veröffentlichte der damals bekannte Immunologe Dr. Arthur Coca, Gründer der hochkarätigen Fachzeitschrift „Journal of Immunology“ kurz vor seinem Tod ein Buch über seine spannende Entdeckung. In dieser Zeit begann die Pharmaindustrie ihren Siegeszug in der modernen Medizin. An natürlichen, leicht erlernbaren Heilweisen, die Patienten unabhängig machen, gab es wenig Interesse.

So auch für den von ihm entwickelten „Pulstest“. Coca fand im Laufe seines Berufslebens heraus, dass Menschen auf jegliche Art von Stress mit einer Pulserhöhung reagieren. Das ist zunächst nichts Neues. Was aber, wenn sich solch eine Reaktion auch darauf bezieht, dass sich „stressende“ Nahrungsmittel, Genussmittel wie Nikotin und Umweltbelastungen so leicht messbar nachweisen ließen?

Coca hat sich im Wesentlichen auf Nahrungsmittelreaktionen konzentriert. Er beobachtete, dass beispielsweise Migränepatienten nach der Aufnahme von Milchprodukten einen starken Pulsanstieg verzeichneten. Nachdem sie Tiermilch weggelassen hatten, verschwand die Migräne. Ähnliche Erfahrungen machte er bei den unterschiedlichsten Krankheitsbildern, egal ob leicht oder schwer: Wenn die Betroffenen, die durch den Test „enttarnten“, Nahrungsmittel mieden, verschwanden auch die Beschwerden. Dasselbe beobachte ich seit Jahrzehnten bei meinen Patienten.

Doch warum steigt der Puls nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel? Coca ging von einer allergischen Reaktion aus. In der Ernährungswissenschaft und Alternativmedizin weiß man, dass die weißen Blutkörperchen — die Körperpolizei — nach dem Essen ausschwärmt. Je größer die Gefahr , desto mehr Blutkörperchen greifen ein, um uns zu schützen. Gleichzeitig steigt unser Muskeltonus, wenn wir in Alarmbereitschaft sind. Das ist der bekannte Kampf- bzw. Fluchtreflex. Dieser greift bei kleinsten Angreifern wie Bakterien, Viren oder Allergenen — und eben bei Nahrungsmittelbestandteilen, die Stress erzeugen.

Das erklärt auch, warum schädliche Nahrung, Stress und Umweltgifte Schmerzen verstärken können.

Denn wir wissen, dass die meisten Schmerzen heute aufgrund zu hoher Spannungen der Muskeln und Faszien entstehen.

Diese Zusammenhänge könnten jedem von uns individuell zeigen, auf welche Lebensmittel unser Körper positiv oder negativ reagiert. So könnten wir auf der einen Seite diejenigen Lebensmittel aus unserer Ernährung streichen, die uns schaden, langfristig überfordern und krank machen. Auf der anderen Seite könnten wir diejenigen integrieren, die uns gut tun. Aber weder der Anstieg der weißen Blutkörperchen noch die Erhöhung der Muskelspannung sind ohne aufwendige Messungen nachzuvollziehen.

Und nun kommt der geniale, von Dr. Coca entwickelte, Pulstest ins Spiel. Mit ihm können wir beobachten, wie wir auf verschiedenste Lebensmittel reagieren. 

Messen Sie Ihren Puls und beobachten Sie, wie er sich beim Verzehr der unterschiedlichen Nahrungsmittel erhöht. Je niedriger er bleibt, umso besser. Das geht heute mit optischen Pulsmessern am Handgelenk wesentlich leichter als im Jahr 1958 und könnte eines der spannendsten Experimente Ihres Lebens werden.