Lebensverlängernde Nahrung

Kohl als Vertreter der Sirtuin-Foods

Sirtuine, aktuell auch als „Wunderenzyme“ bekannt, sollen das Leben nachweislich verlängern und Zellen reparieren. Sie werden nur dann aktiviert, wenn unser Magen leer ist. Gerade deshalb ist Intervallfasten die innovativste Ernährungsweise für ein langes und gesundes Leben. Dabei handelt es sich nicht um eine Diät oder einen Trend, sondern um eine bewusste Ernährung für beste Gesundheit.

Bei meinem Intervallfasten nimmt man innerhalb von acht Stunden Essenszeit zwei bis drei Mahlzeiten zu sich und fastet für die restlichen 16 Stunden. So hat der Körper genug Zeit, in den Selbstheilungsmodus zu kommen. Bereits nach wenigen Stunden ohne Essen beginnen die Sirtuine, auch als Anti-Aging-Gene bezeichnet, ihre Reparaturarbeit.

Die Phase der Selbstheilung (Autophagie) beginnt nach zwölf Stunden Fastenzeit in jeder Körperzelle: Der Körper recycelt dabei verbrauchtes Zellmaterial zu neuen verwertbaren Molekülen.

Seit kurzem liegen neue Erkenntnisse vor: Sirtuine werden nicht nur bei leerem Magen aktiv, sondern auch bei bestimmten Lebensmitteln. Sie können also sogar 24 Stunden lang für ein langes, gesundes Leben sorgen, indem sie während der acht Stunden, in denen Sie essen, zusätzlich „Sirt-Food“ zu sich nehmen.

„Sirt-Food“ nennt man Pflanzen, die moderate Gifte enthalten. Sie haben richtig gelesen. In der Naturheilkunde ist dieses Prinzip schon lange als „Hormesis-Prinzip“ bekannt.

Dahinter steht das Wissen, dass bestimmte Reize unser Immunsystem aktivieren und Reparaturprozesse einleiten können.

„Was uns nicht umbringt, macht uns härter“ wusste schon Friedrich Nietzsche. Aber Achtung! Hier geht es nicht um eine dauerhaft ungesunde Lebensweise, die unser System überfordert und krank macht, sondern um gezielte Reize, die durch sekundäre Pflanzenstoffe gesetzt werden. Genau wie diese Pflanzen vor Fressfeinden schützen, schützen sie uns durch die Reaktion, die sie in unserem Körper auslösen.

Allerdings enthalten nur kontrolliert biologisch angebaute Pflanzen diese Stoffe. Pestizide in der konventionellen Landwirtschaft schützen die Pflanzen derart, dass diese keinen eigenen Schutz mehr brauchen und deswegen keine sekundären Pflanzenstoffe mehr produzieren.

Wer dieses Hormesis-Prinzip verstanden hat, weiß nun ganz genau, weshalb nachgewiesene biologische Qualität so viel wertvoller ist.

Besonders interessant für uns: Alle Pflanzen, Kräuter und Gewürze enthalten Sirtuin-aktivierende Substanzen. Dazu gehören Äpfel, Artischocken, Brokkoli, Chilischoten, Grüntee, Grünkohl, Radicchio u.v.m. Aber auch Beeren, Kurkuma, Rucola, Kakao, Soja, Tomaten, Knoblauch, Oliven, Petersilie, Basilikum, Wildkräuter, Zitrusfrüchte, Zwiebeln, Ingwer und Nüsse enthalten diese Wunderenzyme.

Reichern Sie ihr Essen daher täglich mit diesen wundervollen Nahrungsmitteln an und kombinieren Sie diese Empfehlungen zusätzlich mit meiner Methode des Intervallfastens. Ausführliche Informationen zum Intervallfasten finden Sie in meinem Buch „Intervallfasten für ein langes Leben — schlank und gesund“, erschienen im GU Verlag. Wenden Sie die Methode längere Zeit an und kombinieren Sie sie mit den hier vorgestellten „Sirt-Foods“ –, dann werden Sie zunehmend spüren, was es bedeutet, von einem wahren Jungbrunnen zu trinken.