Meine Tipps gegen die Winterdepression

Eine Frau im Wintermantel steht in einer winterlichen und verschneiten Landschaft

Die Winterdepression — auch bekannt als „Winterblues“ — ist in der dunklen Jahreszeit von vielen Menschen gefürchtet. Als wären Melancholie, Antriebslosigkeit und negative Stimmung nicht genug, kommen oft grippale Infekte, Bronchitiden, Verdauungsstörungen und Gewichtszunahme hinzu. Der Grund für all dies ist das fehlende Licht, insbesondere sein Blaulichtanteil, und die dadurch fehlende Vitamin D-Produktion.

Unser Schlaf-Wach-Rhythmus wird über den Lichteinfall ins Auge gesteuert. Zu wenig Tageslicht produziert zu wenig Serotonin, das Glückshormon. Gleichzeitig wird die Produktion des Schlafhormons Melatonin gefördert. Ihm wird eine depressive Wirkung zugeschrieben. Deshalb sehen sich Menschen, die nachts länger wach sind, oft mit schlimmsten Problemen konfrontiert, die sich dann am nächsten Morgen von selbst lösen: Das Tageslicht hat die Melatonin-Produktion gestoppt und Serotonin erzeugt.

Den Winter nutzt der Körper auch zum Ausruhen. Wir sind weniger aktiv, brauchen mehr Schlaf und sind passiver als in der hellen Jahreszeit — quasi ein Überbleibsel des Winterschlafs. Hinzu kommt das „Vitamin D-Loch“. Dieses Vitamin ist unentbehrlich für ein gut funktionierendes Immunsystem. Aber schon ab Ende September können wir es trotz Sonnenlicht nicht mehr selbst herstellen, da die Sonne zu tief steht. Aufgrund der schnellen Abbauzeit sind spätestens Ende November unsere Vitamin D-Speicher leer. Waren sie erst gar nicht gefüllt, geht das Ganze natürlich noch schneller. Wenn solch ein wichtiges Vitamin fehlt, ist der Körper permanent in Alarmbereitschaft. Das bedeutet Stress auf allen Ebenen — Viren und Bakterien haben ein leichtes Spiel.

Was also tun gegen den Winterblues? Lassen Sie Ihren Vitamin D-Spiegel kontrollieren und helfen Sie, falls nötig, über eine Nahrungsergänzung nach. Etwa 5.000 IE pro Tag sind notwendig. Gönnen Sie sich eine Tageslichtlampe, deren Spektrum dem natürlichen Sonnenlicht entspricht. Eine solche Lampe erzeugt 2.500 bis 10.000 Lux — Werte, die um ein Vielfaches über den Werten in Innenräumen liegen, selbst wenn Sie das Licht tagsüber noch zusätzlich anmachen. Gehen Sie ins Freie, damit Sie mit Sauerstoff Ihren Stoffwechsel anregen. Gerade jetzt ist außerdem gesunder Schlaf wichtig. Schlafen Sie regelmäßig und genug. Essen Sie abends nicht schwer und nicht spät. Trinken Sie keine koffeinhaltigen Getränke nach 12 Uhr. Gönnen Sie sich vor dem Schlafen ein Entspannungsbad mit Rosenöl. Genießen Sie einen Schlaftee mit beruhigenden Kräutern wie Melisse, Kamille oder Fenchel und würzen Sie ihn mit Weihnachtsgewürzen wie Nelken, Zimt und Vanille. Diese haben eine stimmungsaufhellende Funktion. Nicht nur Kinder lieben das Vorlesen: Schöne Literatur beruhigt und entspannt.

Besonders empfehlenswert: Wärmen Sie ihr Bett mit einer Wärmflasche vor. Das Gefühl von Geborgenheit lässt Sie schneller einschlafen und aufkeimende Einsamkeit vergessen. Die kalten, dunklen Tage sind schließlich diejenigen, an denen Menschen sich wieder näherkommen — sei es, um die Winterzeit gemeinsam zu genießen oder sich darauf zu besinnen, dass Freunde und Familie etwas wertvolles sind.