Rettende Übungen
Über die großen gesundheitlichen Gefahren des Sitzens – ich berichte seit Jahren darüber –, sind sich nun endlich zunehmend Fachleute, auch international, einig. Natürlich sind diese Nachteile nicht identisch mit denen des Rauchens, aber je nach Dosierung kann Ihre Gesundheit langfristig auf so gut wie allen Ebenen darunter leiden.
Während Sie diesen Artikel lesen, sitzen Sie wahrscheinlich auch.
Fast alle machen das so – durchschnittlich 11,5 Std täglich, die Zeit des „Schlafen in Sitzposition“ (in Seitenlage eins oder beide Knie angezogen) noch nicht berücksichtigt.
Dadurch entsteht die neue „Sitzkrankheit“ – eine Fülle von Beschwerden, dadurch dass der Körper über viele Stunden täglich in bestimmten, durch den Stuhl fixierten, Gelenkwinkeln verharrt.
Die auffälligsten und quälendsten dabei sind Rückenschmerzen in allen drei Bereichen: der Wirbelsäule, Hüft- und Kniegelenkschmerzen sowie der damit einhergehende Verschleiß von Bandscheiben und Gelenkknorpeln (Arthrose). Damit nicht genug, kommt es immer schlimmer. Durch die zunehmenden Verkürzungen von Faszien und Muskeln und dem stark abnehmenden Stoffwechsel, werden die Zellen in vielen Bereichen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Auch der Stoffwechselabfall kann nicht mehr effizient abtransportiert werden.
Die über Stunden unveränderte Körperposition und die Ruhigstellung der Gewebe in Bauch- und Brusthöhle schaffen Verdauungs- und Atemprobleme, geminderte Arbeitsleistung von Lungen, Nieren, Leber und Herz sowie Versorgungsprobleme durch eingeklemmte Nerven, Blut- und Lymphgefäße.
Bei meiner Arbeit mit Patienten wird mir immer wieder bewusst, wie ausweglos den meisten Menschen diese Veränderungen erscheinen. Die meisten dieser Verschlechterungen werden meist mit dem Älterwerden in Verbindung gebracht. Insbesondere die immer schlimmeren Schmerzen, die Schmerzmittel, die den Magen belasten oder das Denken einschränken, die Angst vor scheinbar unvermeidbaren Operationen und künstlichen Gelenken, machen für viele Menschen das Leben zunehmend weniger lebenswert.
Gott sei Dank kennen wir die Lösung für dieses Problem. So unglaublich das klingt: Wenn man verstanden hat wie diese gesundheitlich missliche Lage zustande kommt und daraus resultierend den entsprechenden Ausgleich schafft, kann man sitzen wie bisher. Das ist ja allein schon deswegen wichtig, weil das Sitzen aus unserem Berufs- und Privatleben schon gar nicht mehr wegzudenken ist.
Schon diese beiden zwei minütigen Übungen verschaffen Ihnen spürbare Erleichterung und zeigen Ihnen woraus die Lösung besteht:
Legen Sie im Stand beide Handflächen auf die Gesäßhälften und drücken Sie zunehmend Ihre Leisten nach vorne. Lassen Sie Ihre gestreckt zur Seite gehaltenen Arme in einer Ecke von den Wänden zunehmend nach hinten drücken. Lassen Sie einen deutlichen Dehnungsschmerz zu, bei dem Sie aber nicht gegenspannen müssen. Wiederholen Sie diese Übung, wenn nötig mehrmals täglich. Sie werden spüren, wie viel besser es Ihnen gehen kann – selbst wenn Sie beruflich bedingt viel Sitzen müssen.
