Wir trinken durchschnittlich 160 Liter jährlich. Kaffee ist damit ein Kultgetränk und für die meisten aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken. Leider hat er aber Schattenseiten, insbesondere das Genussgift Koffein. Wie wäre es deswegen mit entkoffeiniertem Kaffee?
Diese Idee ist gut, doch Achtung. Das herkömmlich verwendete Verfahren bedient sich in der Regel eines Stoffes namens Dichlormethan, der unter Verdacht steht krebserregend zu sein. Die Lösung ist entkoffeinierter „Bio-Kaffee“. Dieser wird durch Wasserdampf erzeugt, der die Wände der Bohne aufbricht und so das Koffein bindet. Dies ist ein aufwendiges Verfahren, daher ist Biokaffee auch teurer, doch es schützt zusätzlich sogar noch das Kaffeearoma.
Auch generell sollten Sie sich nur für Biokaffee entscheiden, da im herkömmlichen Kaffeeanbau hochgiftige Substanzen wie Diazinon, Endosulfan und andere Mittel zum Einsatz kommen.
Entscheiden Sie sich auch für eine Kaffeesorte mit wenig Acrylamid. Dieser Stoff ist vielleicht einigen von Ihnen noch in Erinnerung, als er wegen seiner hoch toxischen, krebserregenden Wirkung durch die Presse ging. Er entsteht bei der Röstung des Kaffees. Die Sorte ist entscheidend. Die portugiesische Wissenschaftlerin Rita Alves fand heraus, dass die Sorte
„Arabica“ nur die Hälfte des Giftes erhält im Vergleich zur Sorte „Robusta“. Auch auf die Art der Röstung kommt es an. Bei der „Schnellröstung“ werden die Bohnen innerhalb von etwa 1,5 Minuten bei 400 Grad Celsius geröstet, was zu einem hohen Säuregehalt des Kaffees führt, der sich im Magen bemerkbar machen kann. Besser sind langsamere Röstverfahren, bei denen der Kaffee 25 Minuten bei maximalen 230 Grad geröstet wird. Sind Sie Kaffeeliebhaber? Dann könnten Sie sich auch rohe Bio-Kaffeebohnen in einer eigenen Haushaltsröstmaschine selbst rösten.
Ein letzter Tipp: „kaltgebrühter Kaffee“. Das ist noch eine recht unbekannte Zubereitungsart. Aber sie macht viel Sinn und ist ein Geheimtipp unter den Kaffeekennern – der Cold Brew.
Mit heißem Wasser werden die Aromastoffe wesentlich schneller gelöst, auch entstehen durch die Hitze neue chemische Verbindungen, die zugleich zu einem Verlust des natürlichen Aromas führt. Bei dem kalten Brühverfahren wird das Aroma geschont, der Kaffeegeschmack ist intensiver und enthält einen wesentlich niedrigeren Säureanteil. Außerdem befindet sich im kalt gebrühter Kaffee nur zwei Drittel des Koffeins von normal gebrühtem Kaffee.
Und so geht’s: Nehmen Sie 100g Ihres Lieblingskaffees und fügen Sie einen halben Liter kaltes Wasser hinzu. Gut umrühren und über Nacht bei Zimmertemperatur stehen lassen.
Gießen Sie den Kaffee durch ein feines Sieb, anschließend durch einen ungebleichten Kaffeefilter. Dieses so gewonnenen Konzentrat können Sie in den nächsten zwei Wochen verwenden, wenn Sie es im Kühlschrank aufbewahren. Haben Sie jetzt Lust auf eine Tasse Kaffee, dann nehmen Sie sich 50ml dieses Ansatzes und geben sie 150 ml heißes Wasser dazu.
Genießen Sie so Ihren viel gesünderen heißen kaltgebrühten Kaffee.



