Nährstoffe oder Medikamente?

Tabletten mit Obst im Hintergrund

Um diese Frage beantworten zu können, müssen Sie die unterschiedlichen Wirkungsweisen von Nährstoffen und Arzneistoffen kennen. Beide haben den Anspruch, den Heilungsprozess unseres Körpers zu unterstützen. Allerdings werden Menschen nicht krank, weil ihnen Medikamente fehlen, wohl aber, wenn bestimmte Nährstoff-Mängel vorliegen. Der Mensch überlebt nur, weil er übers Essen, Trinken und Atmen ausreichend Nährstoffe zu sich nimmt.

Arzneimittel haben die Aufgabe, ein bestimmtes System oder Organ im Körper zu blockieren oder zu stimulieren. Nährstoffe hingegen lassen das gesamte Stoffwechselsystem überhaupt erst optimal funktionieren. Insbesondere dank der Mikronährstoffe laufen alle Stoffwechselvorgänge in jeder unserer 100 Billionen Körperzellen im Idealfall reibungslos ab. Bereits geringe Mängel von 10–25 Prozent dieser kleinsten Nährstoffe verursachen jedoch drastische Stoffwechseleinschränkungen, was die heutigen Zivilisationskrankheiten in großem Maße bedingt.

Leider ist die Versorgung mit Mikronährstoffen heute kaum noch gewährleistet. Wir nehmen Nahrung mit vielen Kalorien aber wenig Mikronährstoffen zu uns. Deren Dichte und Qualität werden aber aufgrund der industriellen Verarbeitung, Pestizide und Düngemittel immer geringer. Die Verarmung der Böden — nicht nur an Selen, sondern auch an Zink und Eisen — werden in Zukunft gravierende Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Menschen haben. Dies prophezeit eine aktuelle Untersuchung von US-Forschern. Als Grund wird die hohe CO2-Emission angegeben, die unter anderem durch die Massentierhaltung zustande kommt. Gleichzeitig verbrauchen wir durch unsere heutigen Lebensbedingungen viel mehr Mikronährstoffe als früher. Ich halte deswegen hochwertige Nahrungsergänzungen für sinnvoll.

Während sich Vitamine und Co. also in das biologische Stoffwechselgeschehen einfügen, um es am Laufen zu halten, binden sich Arzneistoffe an biologische Rezeptoren, um Stoffwechselvorgänge zu hemmen oder zu forcieren. Der Wirkungseintritt geschieht hier zeitnah, während es bei Vitalstoffen Tage oder Wochen dauern kann, bis die Speicher wieder gefüllt sind. Nährstoffe sind in normalen Mengen absolut ungefährlich. Die Grenze zwischen therapeutischer und giftiger Dosis bei Medikamenten liegt dagegen sehr eng beieinander. Problematisch sind auch die negativen Wechselwirkungen mit anderen Arzneien, was sich in den langen Nebenwirkungslisten nachlesen lässt. Bei den Mikronährstoffen dagegen sind positive Nebenwirkungen geradezu erwünscht. Auch bei der Dauerverordnung schneiden Medikamente wegen möglicher Folgeschäden an den Organen schlecht ab. Vitalstoffe oder Nahrungsergänzungsmittel in ernährungsphysiologischen Mengen werden demgegenüber vom Stoffwechsel “konsumiert” und ohne Nebenwirkungen ausgeschieden.

Natürlich kann es bei ernsten Krankheitsbildern nötig sein, Arzneimittel einzunehmen. Wir sollten uns aber, wenn möglich, zunächst an die Versorgung mit gesunden Nährstoffen und Mikronährstoffen halten, an die wir genetisch angepasst sind.