Erhöhter Mikronährstoffbedarf während der Einnahme von Medikamenten

Eine junge Frau nimmt widerwillig eine Pille ein

Mikronährstoffe übernehmen entscheidende Aufgaben in unserem Körper

Sicherlich ist dir bekannt, dass Mikronährstoffe — darunter zählen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fett- und Aminosäuren, aber auch sekundäre Pflanzenstoffe, die Antioxidantien — eine ganz wesentliche Rolle in unserem Körper haben.

Sie tragen maßgeblich zur Gesunderhaltung unseres Körpers bei. 

Denn ohne sie könnten unsere Stoffwechselprozesse nicht funktionieren. Tatsächlich sorgen Mikronährstoffe für einen reibungslosen Ablauf aller Grundfunktionen. So fördern sie etwa das Zellwachstum und damit verbunden den Erhalt von Muskeln, Knochen und unseres größten Organs, der Haut. Des Weiteren unterstützen sie das Gleichgewicht der Hormone, helfen bei der Weiterleitung von Reizen in den Nervenbahnen und halten unser Immunsystem auf Trab. Entzündungen können durch sie gemindert werden, wohingegen ein Mangel an Mikronährstoffen zu eben diesen führen kann.

Mikronährstoffmängel sind heute fast schon “Normalität”

Ein Mikronährstoffmangel ist heute nichts unübliches mehr und meist auf den modernen Lebensstil zurückzuführen. Dieser ist heutzutage von mangelnder Bewegung, Stress, ungesunder und meist verarbeiteter Nahrung sowie ungenügendem Schlaf geprägt. Hinzu kommt oftmals die Einnahme von Medikamenten gegen allerlei bestehende gesundheitliche Probleme, die oftmals vor allem aufgrund ungesunder Lebensweisen erst verschrieben werden. 

Leider ist es fast schon zur Normalität geworden, dass wir bei den ersten Anzeichen von Schmerzen, Bluthochdruck oder einem erhöhten Cholesterinspiegel direkt zu Medikamenten greifen.

Dass damit aber die Ursache nicht behoben ist und weitere gesundheitliche Probleme entstehen, ist Wenigen wirklich bewusst. 

Ein regelrechter Teufelskreis entsteht: Denn die wenigsten Menschen wissen, dass die regelmäßige Einnahme von Medikamenten dem Körper deutlich Mikronährstoffe entzieht. Uwe Gröber spricht bei Arzneimitteln von wahren Mikronährstoffräubern. Denn die meisten Medikamente nutzen im Körper dieselben Stoffwechselwege wie die Mikronährstoffe, weshalb es zu einem regelrechten Konkurrenzkampf um dieselben Enzyme und Transportsysteme kommen kann. ((Uwe Gröber: Die wichtigsten Nahrungsergänzungsmittel. Südwest. München 2019. S.30)) Gerade bei erkrankten Menschen ist es deshalb vor allem während der Medikamenteneinnahme ganz entscheidend, dass auf eine ausreichende Zufuhr mit den richtigen Mikronährstoffen geachtet wird.

Selbst die regelmäßige und oft langwierige Einnahme der Antibabypille führt zu einem vermehrten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen. So fehlen jungen Frauen oftmals die Vitamine der B-Gruppe sowie Folsäure. Bewiesen ist außerdem, dass harntreibende Präparate, sogenannte Diuretika einen starken Magnesiumverlust aufgrund der entwässernden Wirkung verursachen können.

Auch bei Säureblockern wie Omeprazol ist bekannt, dass die Aufnahme von Vitamin B12 erheblich gestört ist, da sich der ph-Wert im Darm durch das Arzneimittel grundlegend verändert. ((Uwe Gröber: Die wichtigsten Nahrungsergänzungsmittel. Südwest. München 2019, S.29))

Ob ein Mangel an Mikronährstoffen besteht, kann der Patient selbst in den ersten Stadien des Mangels nicht wirklich ausmachen. Denn die anfänglichen Beschwerden wie chronische Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Blässe der Haut oder Appetitlosigkeit können auch andere Ursachen haben. Ich rate deshalb frühzeitig zur Kontrolle wichtigster Blutwerte und dem Status quo derjenigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die durch die Medikamenteneinnahme deutlich zu niedrig sein können.