Antibabypille — gefährlich?

Die Hände einer Frau drücken eine Antibabypille aus dem Pillenblister

Es war ein Befreiungsschlag für uns Frauen, als zu Beginn der 60er-Jahre die Antibabypille auf den Markt kam. Heute nimmt mehr als jede zweite Frau zwischen 18 und 49 Jahren die Pille. Denn: Sie ist bequem in der Einnahme und wir Frauen können selbst entscheiden, wann wir schwanger werden wollen. Doch der Preis ist hoch. Die neuen Generationen der Pille erhöhen das Thrombose-Risiko gegenüber früheren Präparaten um ein Vielfaches. Vor allem sollten Sie aber bedenken, dass die Einnahme von künstlichen Östrogenen und Gestagenen einen immensen Einfluss auf unseren kompletten Hormonhaushalt hat.

Hormone steuern unser Leben, den Tag- und Nachtrhythmus, die Energie, den Appetit, den Blutdruck, die Funktion sämtlicher Organsysteme und vor allem unsere Stimmung. Leicht nachzuvollziehen ist, dass ein durch die Pille dauerhaftes Vorgaukeln einer Schwangerschaft mit einer regelmäßigen Abbruchblutung innerhalb des Vier-Wochen-Rhythmus riskant sein kann. Obwohl der Beipackzettel sehr lang ist, wird er meist lieber nicht gelesen. Besonders junge, z. T. erst 13-jährige Mädchen, die die Pille wegen Akne, Schmerzen bei der Monatsblutung oder einfach zur Empfängnisverhütung verordnet bekommen, wissen gar nicht, dass sich ihr Körper viel wohler fühlen könnte. Das haben sie schlichtweg nie erfahren.

Seit mehr als 35 Jahren beobachte ich, dass immer mehr Frauen an einer Unterfunktion der Schilddrüse oder gar der Autoimmunerkrankung Hashimoto leiden. Auffällig dabei ist, dass in den allermeisten Fällen die Antibabypille eingenommen wurde oder noch wird. Ein Zusammenhang wäre durchaus möglich. Hinzu kommt, dass es auch nach einem Absetzen zu massiven Stimmungsveränderungen und Antriebslosigkeit bis hin zu Angststörungen, Depressionen, gravierender Gewichtszunahme und schweren Formen der Akne kommen kann.

Dies erscheint leicht nachvollziehbar, denn der unnatürliche Zustand durch die ständige Einnahme der beiden synthetischen Hormone hat auch Auswirkungen auf unsere Nebennierenrinde. Diese ist vor allem für die Produktion sämtlicher Steroidhormone verantwortlich. Hierzu gehören Cortisol und unsere Sexualhormone. Doch auch auf die Schilddrüse hat sie einen beträchtlichen Einfluss. Die Schilddrüse ist nämlich durch die Hypophysen-Hypothalamus-Achse in unserem Gehirn mit diesen Vorgängen verbunden. Der Zusammenhang liegt also auf der Hand.

Mir ist bewusst, dass die Antibabypille für die Gleichberechtigung der Frau — nicht nur in unserem Land — eine wertvolle Innovation war. Fast 60 Jahre später dürfen aber gerade wir Frauen auch nicht die Augen vor den massiven Nebenwirkungen verschließen. Mittlerweile gibt es gute Verhütungsalternativen wie bspw. die “Natürliche Familienplanung”. Diese ist zwar zeitaufwendiger, doch bei sorgfältigem Umgang weist auch sie einen Pearl-Index auf, der nicht unbedingt schlechter ist als der bei der Pilleneinnahme. Das gilt ebenso für die altbewährten Kondome. Wer sich mit diesen Alternativen nicht anfreunden kann, dem stehen noch die Kupferspirale oder ein Diaphragma zur Verfügung.

Liebe ist das Wundervollste in unserem Leben. Ich bin aber unbedingt dafür, sie ohne heftige Risiken und Nebenwirkungen zu genießen.