Deine Nieren: Das passiert, wenn sie überlastet sind

Eine Frau krümmt sich vor Schmerzen an den Nieren. Sie hält sich die Nieren, die rot eingefärbt sind

Dein Organismus hat körpereigene Reinigungssysteme, die täglich für dich arbeiten müssen. Neben der Leber, deinem Lymphsystem und deinem Verdauungstrakt, sind es vor allem deine Nieren, die für den Abtransport von Giftstoffen sorgen. Sie unterscheiden zwischen brauchbaren und unbrauchbaren Substanzen und kommen vielen anderen lebenswichtigen Aufgaben nach. 

Im Gegensatz zur Leber sind die Nieren eher ein unauffälliges Organ-Paar. Mit insgesamt 300 Gramm gehen sie nicht so stark ins Gewicht wie die Leber mit ihren 1,4 bis 1,8 Kilogramm. Das sagt jedoch gar nichts über ihre Wichtigkeit aus. Würden sie nicht ihre Aufgaben in deinem Körper zuverlässig ausführen, könntest du nicht leben. Hier findest du einen Überblick über ihre Funktionen.

Die Funktionen deiner Nieren:

  • sie kontrollieren die optimale Blutzusammensetzung,
  • regulieren den Blutdruck,
  • regeln die Bildung roter Blutkörperchen,
  • steuern den Mineralhaushalt,
  • halten den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht
  • und kümmern sich um den Knochenstoffwechsel.

Sogenannte Nephrone, kleinste Nierenkörperchen — von ihnen hast du etwa zwei Millionen — erledigen diese Arbeit für dich. In den Blutgefäßen dieser Nephrone wird das Blut gefiltert. Innerhalb von einem Tag filtern sie bis zu 1,5 Liter Blut und produzieren ein bis zwei Liter Primärharn. Aus dem entstandenen Primärharn werden dem Blut etwa 1,48 Liter Wasser wieder zugeführt, wodurch wichtige Elektrolyte nicht verloren gehen. Erstaunlich, wie sich der Körper seine eigenen Recyclingsysteme erschaffen hat, findest du nicht?

Überlastungsfaktoren und Nierenerkrankungen

Behandelst du deinen Körper gut, bewegst dich viel, ernährst dich überwiegend vollwertig pflanzlich, gönnst dir regelmäßig Ruhephasen und genug Schlaf, arbeiten deine Organe zuverlässig für dich. 

Faktoren, die deine Organe und insbesondere deine Nieren jedoch langfristig überfordern, sind:

  • der Konsum tierischer Produkte (sie enthalten viel Eiweiß, das beim Abbau zu Ammoniak verstoffwechselt wird und auf deinen Körper sauer wirkt),
  • stetig zugeführte künstliche Zusatzstoffe wie Süßstoffe und Phosphorsäure (in Soft-Drinks wie Cola). Sie werden hauptsächlich über die Nieren sortiert und gefiltert und sorgen oft für einen erhöhten Harndrang. Kein Wunder, denn dein Körper möchte sie so schnell wie möglich wieder loswerden.
  • Vorerkrankungen wie Diabetes, hoher Blutdruck und Übergewicht beeinflussen ebenfalls die Funktionstüchtigkeit deiner Nieren.

Um deine Nieren lebenslang gesund zu halten und Erkrankungen vorzubeugen, hilft vor allem eine gesunde, vollwertige Ernährung. Wenn du bereits erkrankt bist, solltest du darauf jedoch unbedingt achten. 

  • Achte auf eine regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Trinke hierfür mindestens zwei Liter pro Tag, wobei du sie auf kleine Einheiten über den Tag verteilen solltest. Deine Nieren scheiden Schadstoffe so besser aus.
  • Tees aus Brennnesseln, Löwenzahn und Bärentraubenblättern unterstützen die Nierentätigkeit und können beim Entgiften helfen.
  • Halte den Nierenbereich stets warm. Nierenwickel unterstützen zusätzlich die Durchblutung und ihre Funktionstüchtigkeit.
  • Meide Fertigprodukte oder Softdrinks mit phosphorhaltigen Zusatzstoffen. Zu viel Phosphor schädigt sowohl die Nieren als auch das Herz.
  • Eine Ernährung frei von tierischen Erzeugnissen sorgt für ein basisches Milieu in deinem Körper. Entzündungen und Erkrankungen haben hier keine Chance. 
  • Baue hin und wieder Fastentage in deine Ernährung mit ein. Sie entlasten die Nieren und andere Organe. Insbesondere das Intervallfasten nach der 16:8-Methode kann Erkrankungen langfristig vorbeugen und in vielen Fällen sogar zu deren Heilung beitragen.

Mehr zum Thema Nieren und Gesundheit findest du in meinem neuen Buch „Klartext Ernährung“, das ich gemeinsam mit dem Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Claus Leitzmann geschrieben habe.