Dauermüdigkeit — Das kann dir jetzt dagegen helfen

Eine junge Frau liegt auf einem großen Kissen und schaut müde und unglücklich aus.

Gerade jetzt, wo die Tage kürzer werden und die Sonne nur vereinzelt scheint, es draußen kälter und in unseren Räumen wieder gemütlicher wird, plagen bleierne Müdigkeit und schwere Glieder viele von uns. Für einige mögen diese Symptome tatsächlich mit dem Jahreszeitenwechsel in Verbindung stehen, für andere ist es jedoch der Normalzustand. Chronische Müdigkeit ist keineswegs eine Laune, die nach ein bis zwei Tagen wieder vorbei ist, sondern ein ernst zu nehmendes Krankheitsbild, dessen Ursache bislang unbekannt scheint. Auch in meiner Praxis habe ich Patienten mit einem für diese Erkrankung typischen Krankheitsbild begleitet.

Kraftlos und erschöpft ohne Diagnose

Das Leid der Betroffenen ist oftmals groß, da sie an vielen Tagen nicht einmal die Kraft haben, ihr Bett zu verlassen. Neben der Müdigkeit treten dabei häufig Symptome wie Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und chronischen Schmerzen auf. Auch Stimmungsschwankungen, Depressionen und Burn-out gehen bei Menschen mit chronischer Müdigkeit einher. Lassen sich die Betroffenen dann untersuchen, werden meist keine physischen Auffälligkeiten gefunden. Aufgrund der psychischen Situation, in der sich die Patienten befinden, werden sie meist an Therapeuten und Psychologen verwiesen.

Die Probleme erscheinen vielen Betroffenen meist unlösbar, die Motivation sowohl privat als auch beruflich lässt sehr zu wünschen übrig und sie befinden sich in einer vermeintlich aussichtslosen Lage. Der Grund dafür liegt jedoch selten — oder zumindest nicht ausschließlich — in ihrer Psyche verankert, sondern eher im Verborgenen des Körpers. 

Erlebt habe ich auch schon, dass diese Patienten von Ärzten als Hypochonder abgetan wurden, da sie der Meinung waren, dass etwas mit ihrem Körper nicht stimmt, obwohl die Ärzte keine physische Diagnose stellen konnten

Ursachen dieser enormen Kraftlosigkeit sollten dringend untersucht werden. Denn unsere Energie bestimmt auch die Lebenskraft und Lebensqualität. Doch wie stellen wir eigentlich Energie her und welche Bereiche in unserem Körper sind dafür zuständig?

Die unterschiedlichen Energie-Ebenen unseres Organismus

Auf der biochemischen Ebene sind es die körpereigenen Kraftwerke, die sogenannten Mitochondrien. Diese arbeiten am effizientesten, je besser sie mit notwendigen Nährstoffen versorgt sind. Alte Zellbestandteile und zu wenig Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente führen dazu, dass unser Stoffwechsel, insbesondere der Energiestoffwechsel der Zellen, lahm liegt. 

Auf der biophysikalischen Ebene sind es die Bindegewebs-Strukturen. Dein Körper erzeugt bei jeder Bewegung ein Feuerwerk an elektromagnetischen Feldern als Resultat der Knochenbelastung. Diese Feldspannung ist notwendig, um eine Potenzial-Spannung an deinen Zellen herzustellen, damit Abfallstoffe aus der Zelle und neue Nährstoffe in die Zelle hinein strömen können. 

Neben der Bewegung spielt natürlich auch die Ernährung eine entscheidende Rolle. Nehmen wir Lebensmittel zu uns, die unseren Körper eher schwächen, anstatt ihm das zu geben, was er wirklich benötigt, wirkt sich das auch auf unsere Vitalität aus. 

Für die Verdauung benötigt dein Körper beispielsweise sehr viel Energie, wenn er tierische Produkte wie Fleisch, Käse oder andere industriell hergestellte Lebensmittel mit viel Fett und Zucker verarbeitet. 

Naturbelassene Nahrung wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte hingegen liefern deinem Körper eine Bandbreite an Energie, die dein Organismus nutzen kann. Er ist dabei nicht nur mit Aussortieren beschäftigt, sondern zieht alle benötigten Nährstoffe aus den Nahrungsmitteln.

Alles, was den Körper zusätzlich belastet und das Energiefeld stört, bedeutet einen erhöhten Verbrauch, um sich davon befreien zu können. Elektrosmog, Stress, Wut und Ärger, aber auch eine negative Einstellung wirken sich auf unseren Organismus aus. Burn-out und Depressionen sind langfristige Folgen, wenn wir unsere Energiebilanz nicht beobachten. 

Diese Energie-Räuber solltest du im Blick haben

Entscheidend ist deshalb für dich, dass du darauf achtest, Störfelder zu erkennen, die Energie blockieren oder die zu viel Energie von dir abverlangen.

Überprüfe alle Kleinigkeiten, die du zu dir nimmst, ausführst oder die deinen Alltag mitbestimmen. 

→ Nimmst du beispielsweise regelmäßig Medikamente ein, kann es sein, dass Müdigkeit oder Abgeschlagenheit als typische Symptome gelistet werden. Überprüfe hier auf jeden Fall die Beipackzettel.

→ Trinkst du viel Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke, liegt es nahe, dass der aufputschende Effekt bei dir mittlerweile ins Gegenteil verkehrt ist. Viele Menschen spüren die Wirkung von Kaffee auf ihren Körper erst dann, wenn sie einmal zwei bis drei Tage auf Koffein verzichten. Häufig leiden sie unter Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen, schwere Gliedmaßen und eine Müdigkeit, die sich schon mal über einige Tage zieht. Bist du einmal über den Berg und hältst durch, wirst du merken, wie deine Vitalität zurückkommt. Wichtig ist dann natürlich, nicht wieder in alte Muster zu verfallen, sondern den Koffein-Konsum, so weit es geht, herunterzufahren.

→ Ein Mangel an Mikronährstoffen liegt möglicherweise vor und deine Zellen sind nicht mehr ausreichend versorgt. Solltest du noch andere Beschwerden haben, die zur Müdigkeit hinzukommen, lasse unbedingt deine Nährstoff-Speicher prüfen. Mitunter liegt ein B12-Mangel vor oder andere Vitalstoffe fehlen dir. Es schadet generell nicht, einmal im Jahr einen Nährstoffstatus bestimmen zu lassen. So kannst du rechtzeitig eingreifen und eine individuell  auf deinen Bedarf abgestimmte Dosis einnehmen. 

Schlafe mal wieder so richtig aus und gönne dir ein Wochenende oder gar ein paar Tage mehr, an denen du deine Seele so richtig baumeln lassen kannst. Schläfst du zu wenig oder gönnst dir nur wenig Zeit für dich, zieht der Alltag und auch Menschen um dich herum, viel Energie. Auch wenn es eigentlich nicht merkst, schenken wir unserer Umgebung viel mehr Aufmerksamkeit als uns selbst.

Ein Spaziergang in der Natur, ein langes Frühstück im Bett oder mit der Familie zusammen, lesen, malen, Musik hören — mit solchen scheinbar „kleinen“ Dingen kannst du ordentlich Energie tanken.

Zu viel Sport und ein stressiger Alltag — ob beruflich oder privat — können auch ordentlich Minus auf dein Energie-Konto bringen. Sicher ist Sport ein wunderbarer Ausgleich und kann richtig guttun. Verlangst du jedoch vor allem am Ende des Tages, etwa nach der Arbeit, zu viel von deinem Körper, kann das auch gegenteilige Effekte auf deinen Organismus haben. Viele sind nach dem Sport besonders aufgedreht und der Körper kommt nicht richtig in den Entspannungsmodus. Falls das bei dir der Fall ist, teste lieber ein moderates Training am Morgen oder gegen Mittag und mache abends lieber ein paar Entspannungs-Übungen. Die Engpassdehnungen und die Faszien-Rollmassage von Liebscher & Bracht eignen sich dafür genauso gut wie ein fayo-Flow. 

Ungesunde Ernährung in stressigen Zeiten. Vielleicht neigst ja auch du dazu, dich eher ungesund zu ernähren, wenn deine Tage voll mit beruflichen oder privaten Terminen sind. Doch gerade dann benötigt dein Körper ausreichend Nährstoffe, um dich gut und kraftvoll durch diese Zeiten zu bringen. Du wirst merken, dass du effizienter und leistungsfähiger arbeitest, wenn du ausgewogene pflanzliche Kost in deine Ernährung integrierst. Obst und Gemüse sind ausgezeichnete Lieferanten für Vitamine und Mineralstoffe und schützen dich von innen heraus, wenn du es besonders nötig hast.

Solltest du dies alles schon ohne Erfolg ausprobiert haben, dann lasse dich bitte auf Viren oder andere Immun-Erkrankungen testen. Nichts ist wichtiger, als deine Gesundheit und deine Lebensqualität wiederherzustellen.

Beste Gesundheit für dich.