Bluthochdruck: Ist die Ernährung schuld?

ein Arzt im Hintergrund des Bildes hat ein Blutdruckmessgerät in den Händen. Vor ihm auf dem Tisch sind viele bunte Gemüse- und Obstsorten zusammen gelegt

Bluthochdruck, in Fachkreisen auch arterielle Hypertonie genannt, nehmen die meisten Menschen leider immer noch auf die zu leichte Schulter. Andere wiederum wissen lange nichts von ihren erhöhten Blutdruckwerten, da sich dieser nämlich nur schleichend einstellt und zunächst keine auffälligen Symptome verursacht.

Erschreckend ist die Anzahl derer, die weltweit jährlich an Bluthochdruck und damit einhergehenden Folgeerkrankungen wie Schlaganfall, Hirnblutungen, Herzinfarkt, Herzversagen und Nierenversagen frühzeitig sterben. Es handelt sich dabei um neun Millionen Menschen. ((Murray CJ, Vos T, Lozano R et al.: Disability-adjusted life years (DALYs) for 291 diseases and injuries in 21 regions, 1990-2010: a systematic analysis for the Global Burden Disease Study 2010. Lancet 380(9859), 2197-223.)) Für mich längst Grund genug, darüber aufzuklären und dir Informationen an die Hand zu geben, mit denen du Bluthochdruck und auch anderen Erkrankungen verlässlich vorbeugen kannst. Solltest du bereits erkrankt sein, kannst du mit den folgenden Tipps langfristig gesehen gute Heilungserfolge erzielen und Medikamente eventuell (in Absprache mit deinem behandelnden Arzt) absetzen und gesunden.

Wenn Medikamente nicht helfen

Ich weiß aus Erfahrung und durch die Arbeit mit meinen Patienten in der Praxis, dass Medikamente gegen Bluthochdruck nur bei etwa 25 Prozent der Betroffenen die Blutdruckwerte wieder normalisieren. Das ist eine ziemlich niedrige Erfolgsquote, findest du nicht? Statt auf Medikamente zu vertrauen, bei denen die Einnahme oftmals mit gravierenden Nebenwirkungen einhergeht, müssen wir wie bei anderen Zivilisationskrankheiten auch das große Ganze betrachten. Wie sieht deine Ernährung aus, bewegst du dich ausreichend und gönnst du dir regelmäßige Auszeiten ohne Stress? Ernährung, Bewegung und Achtsamkeit sind die drei Komponenten, mit denen du selbst am meisten ausrichten kannst. Das Beste daran: Du musst keinerlei Nebenwirkungen erwarten. 

Auch die Deutsche Herzstiftung sagt, dass mit einer optimierten Ernährungsweise und ausreichend Bewegung weniger Medikamente gebraucht werden müssten.

Wie kommt es zu Bluthochdruck?

Die Hauptgründe für Bluthochdruck sind der Verzehr von zu wenig Obst und zu viel Salz. Fertigprodukt beziehungsweise industriell verarbeitete Speisen beherrschen den Markt, schmecken den meisten Menschen besonders gut (Fett, Zucker, Salz und künstliche Zusatzstoffe sprechen unsere Geschmacksnerven und Belohnungszentren an) und sind preiswert. Allerdings hat das Natrium im Salz gravierende Auswirkungen auf deinen Körper. Es verdrängt in der Zelle das lebensnotwendige Kalium, was verschiedene Fehlfunktionen im Stoffwechsel auslöst. Ein ausgewogenes Verhältnis von Magnesium und Kalium ist deshalb besonders wichtig, um das natürliche Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Die vermehrte Zufuhr von den richtigen Mineralstoffen kann das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken also deutlich minimieren. 

Einfache Tipps gegen Bluthochdruck, die du sofort umsetzen kannst

  • Achte darauf, deinem Körper genügend Mineralien zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig deine Salzzufuhr erheblich zu reduzieren.
  • Nutze statt Salz frische Kräuter und Gewürze.
  • Meide Fertigprodukte und backe auch dein Brot am besten selbst. Nur so hast du den Überblick über die Zutaten. In Backwaren verstecken sich meist Unmengen an Salz, ohne dass wir das tatsächlich wahrnehmen oder schmecken.
  • Viel Obst, Gemüse, Blattsalate und Nüsse gehören zu einer kaliumhaltigen Ernährung dazu und enthalten zudem ausreichend Ballaststoffe, die deinen gesamten Organismus unterstützen. 
  • Trinke möglichst keinen Alkohol, reduziere Stress so weit es geht und höre mit dem Rauchen auf.
  • Verzichte auf tierische Produkte wie Käse, andere verarbeitete Milchprodukte sowie Fleisch und Wurstwaren. Sie enthalten zu viel Natrium und wirken sich auch sonst negativ auf deine Gefäße und allgemeine Gesundheit aus.
  • Sorge für eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C. Das wichtige Antioxidans ist an fast jeder biochemischen Reaktion beteiligt. 
  • Eine halbe Stunde Ausdauertraining täglich bringt nicht nur deinen Kreislauf in Schwung, sondern reduziert auch das Stresshormon Cortisol. 

Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren, ein um 75 Prozent geringeres Risiko haben, überhaupt an Bluthochdruck zu erkranken.

Dies zeigt erneut, wie kraftvoll und gesundheitsfördernd die richtige Ernährung sein kann.

Du möchtest noch mehr Informationen zum Thema oder hast weitere Fragen rund um Ernährung und Gesundheit? In meinem neuen Buch „Klartext Ernährung“, das ich gemeinsam mit Prof. Dr. Claus Leitzmann geschrieben habe, findest du Antworten auf alle wichtigen Fragen.

Erfahre darin, wie bestimmte Lebensmittel Krankheiten vorbeugen und sogar heilen können. Weitere Empfehlungen zum Thema Bluthochdruck und ein Fallbeispiel aus meiner Praxis findest du ab Seite 119.