Blue Zones – 100 Jahre und kein bisschen krank

Okinawa - Die Insel der 100 Jährigen

Als Blue Zones werden Regionen in unserer Welt bezeichnet, in denen die Menschen oft älter als 100 Jahre werden und recht gesund dabei bleiben. Die bei uns scheinbar zum Alter “gehörenden” Zivilisationserkrankungen sind dort weitgehend unbekannt. Ein großes Team aus Anthropologen, Ernährungswissenschaftlern, Genetikern, Historikern und dem Wissenschaftsjournalisten Dan Buettner erforschte die Lebensgewohnheiten in diesen Gebieten und veröffentlichte diese Ergebnisse 2005 in einer Reportage für den National Geographic. Titel: „The Secrets of a long life“.

Die erforschten Gebiete sind Loma Linda (Kalifornien), Ikaria (Griechenland), Sardinien (Italien) Okinawa (Japan) und die Nicoya-Halbinsel (Costa Rica). Es gelang, aus sehr vielen unterschiedlichsten Faktoren, die einflussreichsten herauszufiltern. Die Ergebnisse sind nicht spektakulär, bestätigen aber sehr eindrücklich die natürlichen Lebens- und Ernährungsweisen.

Bei den Lebensweisen steht eine ‚natürliche’ Bewegung im Vordergrund. Nicht das Trainieren für einen Marathon oder Krafttraining an speziellen Geräten sind damit gemeint, sondern dass viel zu Fuß erledigt, der Garten selbst bewirtschaftet wird und Küchenarbeiten wie Teigkneten oder Brotschneiden ganz ohne Maschinen auskommen. Die Menschen sind viel an der frischen Luft und in der Sonne. Stress ist ein Fremdwort, Zeitdruck unbekannt und häufige Ruhephasen normal. Die Blue Zones-Bewohner sind gläubig, ihr Leben hat einen Sinn. Sie leben im Hier und Jetzt und haben bis zum Lebensende eine erfüllende Aufgabe. Den Japanern auf Okinawa ist der Begriff Ruhestand völlig unbekannt. Freundschaften werden ein Leben lang gepflegt und die familiären Bindungen sind sehr eng. Oft leben Generationen nah beieinander, sehen sich täglich und unterstützen sich. Zeit für die Familie und Freunde ist selbstverständlich. Jeder hat im sozialen Gefüge seine Aufgabe und seinen Wert. Jeder wird gebraucht und dafür geliebt.

Auch die Gemeinsamkeiten in der Ernährung sind spannend. An erster Stelle steht eine nicht übermäßige Nahrungsmenge bestehend aus 90 – 95 Pflanzenkost. Softdrinks und andere zuckerhaltige Getränke sind unbekannt. Zucker wird kaum verwendet. Das Essen wird frisch zubereitet, ist saisonal und aus der Region. In Okinawa gibt es mehr Tofu, Algen und Süßkartoffeln, bei den Griechen mediterrane Kost mit Oliven, Gemüse, Bohnen, etwas Käse und Fisch. Hülsenfrüchte werden täglich gegessen. Die Hauptmahlzeit gibt es mittags. Morgens und früh abends wird wenig gegessen und die dadurch entstehenden Fastenzeiten wie beim „Intervallfasten“ werden täglich und das ein Leben lang eingehalten.

So bestätigt das Leben der Menschen in den Blue-Zones auf schöne Weise die Vorschläge, die ich aufgrund meiner Erfahrungen als Ärztin meinen Patienten mitgebe. Wie schön wäre auch für uns ein einfaches, entschleunigtes Leben im natürlichen Rhythmus der Natur, eine Ernährung ohne Leid für Mensch und Tier in gegenseitiger Achtung und in Verantwortung gegenüber unserer Erde. Je mehr Sie von die Gemeinsamkeiten für sich umsetzen, desto wahrscheinlicher wird auch für Sie ein langes Leben in Gesundheit und Zufriedenheit.