Warum wir mehr saisonal und regional essen sollten

Eine junge Frau schaut sich auf dem Markt Obst und Gemüse an und kauft frische Produkte ein

Erdbeeren im Dezember und Mangos aus Chile, wann immer uns danach ist? Heutzutage ist alles und überall zu jeder Zeit erhältlich. Woher die Produkte stammen und welche Arbeitsbedingungen und Transportwege mit unserem uneingeschränkten Konsum in Verbindung stehen, interessiert leider die Wenigsten. Die Konsequenzen bekommen wir alle aber immer mehr zu spüren. Ressourcen werden knapper. In vielen Ländern gibt es beispielsweise kein Wasser und wir verschwenden es, wo wir nur können. Wir zerstören Ökosysteme und verschmutzen unseren Planeten. Ebenso unnötig wie Nahrungsmittel, die aus fernen Ländern zu uns eingeflogen werden, sind im Gewächshaus angebaute Gemüse- oder Obstsorten. Den energieintensiven Gewächshausanbau und lange Transportwege können wir bestens einsparen, wenn wir uns an saisonale und regionale Lebensmittel halten. 

Saisonale und regionale Produkte schmecken besser, weil sie reif geerntet und direkt verzehrt werden können. Außerdem sind sie gut selbst anzubauen und dadurch unbehandelt

Mit diesen 4 Tipps kannst du deinen Konsum nachhaltig regional und saisonal gestalten:

1. Pflanze dein Gemüse und Obst selber an

Wenn du einen eigenen Garten hast, dann kannst du Gemüse wie Salat, Gurken, Zucchini und Karotten selbst anbauen. Sicherlich bedarf dies ein wenig Zeit, aber ist es nicht schön, wenn man selber ernten kann, was man gesät hat? Auch auf dem Balkon gibt es Möglichkeiten, Tomaten und Kräuter zu züchten. Solltest du keinen Garten oder generell keinen Platz zum Anpflanzen haben, kannst du dich wunderbar mit ein paar Freunden zusammenschließen und ihr könnt beispielsweise in einem Schrebergarten gemeinsam pflanzen. So lässt sich nicht nur die Arbeit teilen, sondern das Geerntete auch gemeinsam zubereiten und verzehren.

2. Kaufe beim Hofladen oder Markt deines Vertrauens

Sicher hat nicht jeder die Möglichkeit, selbst seine Lebensmittel anzubauen. Aber auch dann kannst du einzelne kleine Betriebe in deiner unmittelbaren Umgebung unterstützen. Statt im Discounter Obst und Gemüse zu kaufen, gehe für deinen Wocheneinkauf doch einfach auf den Markt oder in den nächsten Hofladen. Dort hast du direkte Ansprechpartner und weißt, woher die Lebensmittel kommen und wie sie behandelt wurden. Damit unterstützt du den heimischen Anbau und leistest einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

3. Alles zu seiner Zeit: Saisonal schmeckt es am besten!

Erdbeeren und Spargel haben nur zu einer bestimmten Jahreszeit Saison. Jedes Jahr aufs Neue können wir uns von Ende April bis Anfang Juli über sie freuen. In dieser Zeit sind sie reif und schmecken am besten. Ist es nicht viel schöner und abwechslungsreicher, wenn wir uns jeden Monat auf andere Lebensmittel freuen können? Denn sind wir mal ehrlich: Erdbeeren im Dezember schmecken wässrig und Nährstoffe bieten sie uns kaum noch welche.
Auch heimische Apfelsorten und Kartoffeln schmecken runder. Insbesondere bei Äpfeln sollten wir darauf achten, nicht die aus Neuseeland eingeflogenen Sorten zu kaufen. Alte, heimische Apfelsorten schmecken viel besser und sind für die meisten auch besser verträglich.

4. Obst und Gemüse aus der “Freiluft-Saison” wählen

Obst und Gemüse, das draußen auf dem Feld wächst, spart enorme Mengen Energie ein. Denn im Gewächshaus angebaute Tomaten — wie etwa in den Niederlanden oder Belgien — sind oft mit Pestiziden und anderen Pflanzenschutzmitteln behandelt und kosten außerdem Energie zum Wachsen und zur richtigen Lagerung beziehungsweise Kühlung. Konsumieren wir aber saisonale Produkte, die natürlicherweise zu ihrer jeweiligen Saison wachsen, können wir sie fast direkt “vom Feld in den Mund” verzehren.

Wie du siehst, gibt es viele einfache Möglichkeiten, seinen CO2-Abdruck auf unserem Planeten deutlich zu reduzieren. Das Angebot an Lebensmitteln variiert und bietet uns eine Vielfalt, die wir mehr zu schätzen wissen sollten. Biologischer Anbau, der ohne Pflanzenschutzmittel auskommt, ist nicht nur für unsere ausgelaugten Böden die bessere Wahl, sondern schützt zugleich unser Trinkwasser, die Natur und unsere Gesundheit.