Sucht nach Käse

Käseplatte

Käse, eines der Lieblingsnahrungsmittel der Deutschen, besteht zu 60–70 % aus Fett. Er enthält außerdem sehr viel Salz, artfremde Hormone und Cholesterin — und er macht erwiesenermaßen süchtig.

Wie sie bereits wissen, stehe ich dem Verzehr von Tiermilchprodukten, besonders aus gesundheitlichen Gründen, sehr skeptisch gegenüber. Die Arbeit mit meinen Patienten, ihre Erfahrungen und die neuesten Forschungen bestärken mich immer wieder in dieser Ansicht. Tiermilch setzt im Gehirn ein Signalsystem frei, das dafür sorgt, Säuglinge in der richtigen Geschwindigkeit wachsen zu lassen. Dabei passt sich die Geschwindigkeit des Wachstums der Spezifik der jeweiligen Säugetierart an.

Im Erwachsenenalter ist diese Funktion nicht nur unerwünscht, sondern birgt gravierende Gefahren, die für viele moderne Ekrankungen verantwortlich sind. Tiermilch beeinflusst unsere Gene und trägt zu Zellveränderungen bei, die sich in Form von Brust-, Prostata- und Dickdarmkrebs zeigen können. Sie aktiviert unsere Wachstumshormone auch noch im Alter. Dies führt langfristig zu Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Akne sowie Diabetes und verursacht weitere entzündliche Prozesse im menschlichen Körper.

Viele Menschen wollen davon nichts hören. Sie mögen zwar keine Milch, lieben aber Käse. Der Grund dafür ist schon lange bekannt. Das im Käse enthaltene Eiweiß, das sogenannte Kasein, wird in Aminosäuren aufgespalten, die für den Aufbau von Muskeln und ein gesundes Immunsystem sorgen. Ein Teil davon wird jedoch auch in Casomorphine umgewandelt. Diese Substanzen zählen zu den Opiaten und Heroinen und machen unweigerlich süchtig.

Natürlich ist die Intensität nicht mit denen der Drogen zu vergleichen. Doch eine subtile Abhängigkeit wird bereits durch kleine Mengen erzeugt und ist sogar gewollt. Denn: Die geniale Natur überlässt nichts dem Zufall. Egal, ob es sich um ein neugeborenes Kalb oder ein neugeborenes Menschenbaby handelt — keines von beiden würde ohne Nahrung überleben. Deshalb enthält Muttermilch viele Bestandteile, die zum Wohlbefinden beitragen.

Laktose, der Milchzucker, erzeugt die einzigartige Süße. Hormone, Fette und Mineralien aktivieren den Stoffwechsel — aber eben auch die Casomorphine, die immer wieder Lust auf mehr Muttermilch erzeugen. Mit einer süchtig machenden Nahrung bindet die Natur also Säuglinge an ihre Mütter. Aber Achtung: Die Menge der “Drogen” ist genau auf eine bestimmte Spezies ausgerichtet. Da ein Kälbchen wesentlich größer ist als ein Baby, ist natürlich auch die Menge an entstehenden Casomorphinen höher. Beim geliebten Käse wirkt sich dies besonder drastisch aus. Denn: für die Herstellung von 1 Kilogramm Hartkäse benötigt man 13 Liter Milch — die Konzentration der süchtig machenden Casomorphine ist dadurch dreizehnmal höher als bei einem Liter Milch.

Obwohl immer mehr Experten vor dem häufigen Verzehr von Milchprodukten warnen und die Zusammenhänge mit Krankheitsentstehungen aus Forschungskreisen bestätigt werden, bleibt der Verbrauch relativ konstant. Wenn ich meinen Patienten eine vollwertige Kost empfehle, damit sie spüren können, welche Kraft eine solche gesunde Ernährung hat, dann ist meist nicht der Fleischverzicht das große Problem, sondern der Verzicht auf Käse. Die durch Casomorphine erzeugte Sucht könnte ein Grund dafür sein.