Slow Food: Bewusste Ernährung für genussvolle Momente

Freunde sitzen gemeinsam an einem großen Essenstisch und sitzen gemütlich beim Essen beieinander und sind fröhlich

In einer Welt des Überflusses, in der alles überall und zu jeder Zeit verfügbar ist, braucht es Disziplin und vor allem einen achtsamen Umgang mit der eigenen Ernährung. Doch vielen von uns gelingt dies nicht. Der hektische Alltag mogelt sich immer wieder dazwischen und verleitet uns zu einem unachtsamen Umgang mit uns und unserer Gesundheit.

Insbesondere beim Essen machen wir gerne und schnell mal Kompromisse. Gesunde Vorhaben werden von heute auf morgen wieder über Bord geworfen. Kuchen, Pizza, Brötchen und andere Leckereien sind zu verführerisch. Dabei macht Fast Food als „schnelles Essen“ für unterwegs nicht nur krank, sondern langfristig auch sehr unzufrieden. Obwohl es kurzfristig den Hunger stillt, meist günstig und praktisch ist, liefert es jede Menge Kalorien bei ziemlich geringer Nährstoffdichte. Fetthaltig, zucker- und salzreich schmeckt es dabei zwar besonders gut, bietet aber vor allem deiner Gesundheit keinerlei Mehrwert. Der Blutzucker steigt rapide und fällt nach kurzer Zeit ebenso schnell wieder ab. Der Hunger lässt dann auch nicht lange auf sich warten.

Gerade unterwegs achten die meisten jedoch weder auf Herkunft, Produktionsweise noch auf besondere Qualitätsmerkmale des Essens. Ebenso bedeutungslos behandeln wir es auch, wenn wir es nebenbei verschlingen. Es dient lediglich der Bedürfnisbefriedigung im Moment des Hungers. Das ordentliche Kauen vernachlässigen wir dabei ebenso, wie das bewusste Genießen ohne Ablenkung. Vielleicht kennst auch du deinen treuen Begleiter wie etwa das Smartphone beim Essen oder du blätterst in Gedanken durch die Tageszeitung. Oftmals ist es für dich nur die „freie Zeit“ in der Mittagspause oder nach einem langen Tag, die du „bestmöglich“ nutzen möchtest, oder?

Dabei vergessen wir jedoch all diejenigen Prozesse im Körper, die beim Essen stattfinden. Vor allem gerade deshalb, weil sie so routiniert und unbemerkt ablaufen, schenken wir ihnen kaum Beachtung. Da wäre beispielsweise das gründliche Kauen, das die Produktion von Speichel anregt. Dieser enthält Enzyme, um die Nahrung bereits im Mund ordentlich zu zersetzen, sozusagen als erste Stufe der Verdauung. Außerdem vernachlässigen wir unsere Sinne, wie das Schmecken oder Sehen, wenn wir unser Essen nicht richtig wertschätzen: Wir nehmen weder die Farben auf unserem Teller wahr, noch den vielfältigen Geschmack von Gewürzen und Co., der sich im Mund entfaltet.

Mach mal langsam! Slow Food ist mehr als nur langsames Essen

Glücklicherweise hat sich die Gegenbewegung „Slow Food“ etabliert, die Carlo Petrini im Jahr 1986 in Italien gründete. Sie vertritt einen Anspruch auf genussvolles, bewusstes und regionales Essen, der mittlerweile auch bei uns immer mehr Einzug erhält. Um der Völlerei, der Verschwendung und der schlechten Qualität von Lebensmitteln entgegenzuwirken, zog auch Deutschland im Jahr 1992 mit einem solchen Verein nach. Die sinnliche und ästhetische Güte von Lebensmitteln steht dabei genauso im Vordergrund wie der Erhalt der Biodiversität und der kulturellen Vielfalt. Es geht um Genuss und echten Geschmack, Regionalität und eine umweltfreundliche Erzeugung von Lebensmitteln. ((https://www.slowfood.com/de/wir-ueber-uns/unsere-geschichte/, letzter Zugriff am 18.05.2020, um 21:08 Uhr.))

Die Konzepte, die die Bewegung entwickelt, beziehen nicht nur den eigenen Teller, sondern auch den Planeten, Mensch, Politik und Kultur mit ein. Betrachten wir unsere Nahrung ganzheitlich, so stillt sie nicht nur unseren Hunger, sondern nährt unseren gesamten Organismus. 

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