Kakao – Wie das schokoladige Pulver deine Gesundheit fördern kann

Eine junge Frau hält einen Glasbecher mit Kakao in ihrer Hand. Sie grinst und hat über ihrer Lippe einen Kakaobart

Nach Europa kam der Kakao durch die Spanier, die im Jahr 1519 das Aztekenreich erobert hatten. Erst im 17. Jahrhundert wurde die Kakaobohne in Deutschland bekannt, wo sie vor allem als Arznei diente. In deutschen Apotheken bekam man Kakao verordnet, wenn der Magen beruhigt, die Lebensgeister geweckt, die sexuelle Lust angeregt, der Kopf gestärkt und Schmerzen gelindert werden sollten. 

Die vielfältige Wirksamkeit des Kakaos wurde so sehr geschätzt, dass es vor allem in Adelskreisen aufgrund seiner besonderen Bekömmlichkeit und beschriebener Heilwirkungen zum Modegetränk wurde. Vor allem von der aphrodisierenden Wirkung versprach man sich viel. 

Kakao war teuer und der Adel gab sich größte Mühe, beim Verzehr nichts zu verschütten. So gab es sogar extra für Kakao hergestellte Trinkgefäße, an denen unter der Tasse – diese war für einen besseren Griff mit zwei Henkeln ausgestattet –  ein Teller befestigt war, der jeden verschütteten Tropfen auffing, um wirklich nichts zu verschwenden. 

Kakao als Genussmittel kam erst mit der Zutat des Rohrzuckers auf den Markt. Vorher war Kakao für den Geschmack vieler Menschen zu bitter und der Kakao an sich auch noch viel zu teuer. 

Zusätzlich zum Zucker kam nach dem Prozess der Entölung von Kakao Milch hinzu. Denn das entölte Kakaopulver enthielt längst nicht mehr die Nährstoffdichte, für die die Kakaobohne im rohen, unverarbeiteten Zustand eigentlich bekannt war. Um den Nährstoffverlust wettzumachen, fügte man irgendwann Milch hinzu.

Damit wurde das Getränk auch für Kinder attraktiv. Heute gibt es Instant-Kakaopulver im Handel zu kaufen.

In den Fertigmischungen sind jedoch vor allem Milchpulver, nur noch wenig tatsächlicher Kakao und bis zu 80 Prozent Zucker enthalten.

Damit hat das Kakaotrinken heutzutage keine gesundheitliche Wirkung mehr. Um es drastisch zu formulieren: Es ist ungesund und vor allem aufgrund des hohen Zuckergehalts langfristig gesundheitsschädlich.

Welche wichtigen Nährstoffe der Kakaobohne bei der Verarbeitung zu Kakaogetränken heute verloren gehen:

Alexander von Humboldt wusste schon: „Kein zweites Mal hat die Natur eine solche Fülle wertvollster Nährstoffe auf so kleinem Raum zusammengedrängt wie in der Kakaobohne.” 

Doch welche wichtigen Nährstoffe finden wir eigentlich in Kakao und wie wirken sie auf unseren Körper? Können wir heute noch genauso von der gesundheitlichen Wirkung profitieren und wenn ja, wie bereiten wir Kakao am besten zu?

In der rohen Kakaobohne befinden sich viele verschiedene Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. 

Der Magnesiumgehalt in Kakao ist beispielsweise höher als in manch anderem Nahrungsmittel. Magnesium versorgt unsere Muskeln und stärkt dabei den Herzmuskel besonders. Das Mengenelement reguliert unseren Stoffwechsel, gibt uns Energie und kann durch seine entspannende Wirkung auf unseren gesamten Organismus für allgemeines Wohlbefinden sorgen und Krämpfe lindern. 

Kalzium ist mit 1.000 bis 1.400 g der mengenmäßig wichtigste Mineralstoff im Körper. Zusammen mit Phosphat bildet Kalzium die Bausubstanz von Knochen und Zähnen, in denen sich mindestens 99 Prozent des Körperbestandes befindet. Die 160 mg Kalzium, die sich in 100 g Kakao befinden, können nur von Grünkohl übertroffen werden, der auf 100 g 212 mg Kalzium liefert. Gefolgt von Milchalternativen (sog. Pflanzendrinks), die auf 100 g 120 mg Kalzium bereitstellen. Scheint, als könne die Kakao-Zubereitung mit pflanzlicher Milch empfohlen werden, um den Kalziumbedarf zu decken.

Gut zu wissen: Im Gegensatz zur Kuhmilch veranlasst die Pflanzenmilch keine hohe Säureproduktion im Körper. Tierisches Eiweiß hat generell einen ungünstigen Effekt auf den Kalziumhaushalt. Mit steigender Eiweißzufuhr, besonders aus tierischen Nahrungsmitteln, steigt die Kalziumausscheidung im Urin, da zur Pufferung der Säurelast im Blut vermehrt Kalzium aus den Knochen freigesetzt wird. 

Das Spurenelement Eisen ist für die Bildung der roten Blutkörperchen und den Sauerstofftransport im Körper zuständig. Mit einem Eisengehalt von 7,3 mg auf 100 g steht Kakao sogar noch vor Spinat auf der Liste eisenreicher Nahrungsmittel.

Um die Aufnahme von Eisen im Körper zu steigern, kannst du eisenreiche Nahrungsmittel mit Vitamin C-haltigen Komponenten ergänzen.

Besonders gesundheitsförderlich sind aber die in der Kakaobohne enthaltenen Antioxidantien. So wirken vor allem die Flavanole im Kakao blutdrucksenkend und verbessern die Gefäßfunktion. Flavanole zählen zu der Gruppe der Polyphenole und sind sekundäre Pflanzenstoffe. 

Antioxidantien bekämpfen sogenannte freie Radikale in unserem Körper und schützen so unsere Zellen vor frühzeitiger Alterung und anderen Schäden. Obwohl sie nicht zu den lebensnotwendigen Stoffen gehören, leisten sekundäre Pflanzenstoffe einen enorm hohen Beitrag für unsere Gesundheit. Mehr über die wundersame Welt der Antioxidantien kannst du übrigens in diesem Beitrag von mir lesen. 

Einen zusätzlichen Gesundheitsbonus liefert Kakao über die in ihm enthaltenen ungesättigten Fettsäuren. Sie sorgen für ein gesundes Herz-Kreislauf-System und können das schlechte „LDL-Cholesterin” senken, wohingegen das gute HDL-Cholesterin” ansteigt. 

Warum Schokolade beziehungsweise Kakao glücklich macht

Die im rohen Kakao enthaltenen Neurotransmitter regen die Produktion von Glückshormonen an. Zusätzlich heben Phenylethylamin und Theobromin die Stimmung und können antidepressiv wirken. Es sind die Hauptwirkstoffe der Kakaobohne, wenn es um stimmungserhellende Wirkung geht. Ebenso wie Dopamin hat Phenylethylamin eine anregende Wirkung auf das Zentralnervensystem.

Tryphtophane werden auch als Bausteine des Glücks bezeichnet. Denn diese werden vom Körper in Anti-Stress-Neurotransmitter, beispielsweise in das sogenannte Serotonin umgewandelt. Tryphtophanhaltige Lebensmittel können unser Wohlbefinden steigern, gewichtsreduzierend und entspannend wirken. Neben Kakao enthalten vor allem Getreide, Nüsse, Bananen und Avocados Trypthophan. 

Von der Wirkung der Kakaobohne kannst du jedoch nur dann profitieren, wenn diese weitgehend unbehandelt beziehungsweise in ihrem rohen Zustand vorliegt. Frei von Milchpulver, Zucker und anderen Zutaten ist es vor allem die rohe Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 80, am besten aber 90 Prozent, die ihre “berauschende” beziehungsweise heilende Wirkung für dich bereithält. 

Beste Verwendung und Zubereitungen mit Rohkakao für gesundheitsfördernde Wirkung

Um Rohkakao genießbarer zu machen – er ist sehr bitter und herb – mische ihn am besten in deine Smoothie-Bowl, streue ihn über dein Porridge oder trinke ihn zusammen mit Pflanzenmilch und einer alternativen Süße warm aufgebrüht. Vielleicht magst du ihn auch mit einer Prise Zimt oder Vanille abgeschmeckt. In dieser Kombination kannst du ihn sogar täglich genießen und von der vollen Wirkung der Kakaobohne profitieren. Auch ein, zwei Stücke Rohkost-Schokolade, vielleicht ja über einem warmen Porridge geschmolzen, schmecken himmlisch und können auch Heißhungerattacken reduzieren. 

Tipp: Gemeinsam mit Datteln in der Küchenmaschine zubereitet, kannst du aus ihm eine superleckere und nahrhafte, gesunde Schoko-Creme herstellen. Durch die Dattelsüße ist er kaum mehr bitter und die Creme vielseitig einsetzbar. 

Hättest du gedacht, dass Kakao und Schokolade auf diese Weise gar keine Sünde sein müssen, sondern sogar deine Gesundheit und dein Wohlbefinden steigern können? Und noch etwas: Kakao beziehungsweise Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil gehören zu den Sirtfoods, die auch dein Körpergewicht positiv beeinflussen können. Mehr zu Sirtfoods kannst du hier nachlesen.