Glutenfreie Getreidesorten & Pseudogetreide sorgen für gesunde Abwechslung

viele verschiedenen glutenfreie Getreidesorten stehen in Vorratsgläsern beisammen

Acht Getreidearten spielen für die Ernährung des Menschen eine Rolle. Neben Weizen zählen dazu Gerste, Roggen, Hafer, Reis, Mais, Hirse sowie die Ursprungsformen des Weizens Dinkel, Kamut, Einkorn und Emmer. Die Ursprungsformen gelten als gesunde Alternative zu Weizen, da sie mehr Eiweiß und Mineralstoffe wie Magnesium und Zink enthalten. Allerdings enthalten sie auch Gluten und bringen geringere Erträge als die Hochleistungssorten von Weizen. 

Die Aussage, dass der hochgezüchtete Weizen ungesund sei, ist wissenschaftlich nicht bestätigt.

Aufbau der Getreidekörner

Getreidekörner bestehen aus dem stärkehaltigen Mehlkörper, dem fetthaltigen Keimling, der miteinander verwachsenen Samenschale und Fruchtwand sowie der zwischen Mehlkörper und Schale liegenden eiweißhaltigen Aleuronschicht (Randschicht der Körner). Einige Getreidegattungen enthalten Klebereiweiß, auch als Gluten bezeichnet. Zum glutenhaltigen Getreide zählen insbesondere Weizen, Roggen, Gerste, Triticale (eine Kreuzung aus Weizen und Roggen) sowie Hafer.

Gluten-Unverträglichkeiten und alternative Getreidesorten

Menschen, die an einer Gluten-Unverträglichkeit oder an Zöliakie leiden, müssen glutenhaltige Lebensmittel (Weizen, Dinkel/Grünkern, Roggen, Gerste und Hafer) und daraus hergestellte Produkte meiden.

Für die Unverträglichkeit sind Enzyme verantwortlich, deren natürliche Funktion darin besteht, den Abbau von Eiweiß im Getreide zu hemmen.

Liegt eine Gluten-Unverträglichkeit oder Zöliakie vor, können Betroffene auf glutenfreie Sorten wie Reis, Mais und Hirse zurückgreifen. Aber auch Quinoa, Amaranth und Buchweizen – sie zählen zum sogenannten Pseudogetreide – sind gute Alternativen, mit denen man backen oder die man gekocht verzehren kann. 

Sie sind eine gute Quelle für Kohlenhydrate, Proteine und enthalten oftmals einen guten Anteil an Eisen, Zink und Magnesium, Kalium und Calcium. Quinoa und Amaranth weisen außerdem ein ausgewogenes Aminosäurespektrum auf und sind dadurch eine besonders gute Proteinquelle. 

Bringe Abwechslung in deinen Speiseplan

Möchtest du Abwechslung in deinen Speiseplan bringen, dann sind auch für dich glutenfreie Sorten eine super Alternative. Mittlerweile gibt es sogar Mehle aus Hülsenfrüchten, die auch glutenfrei sind. Mit diesen kannst du tolle Backwaren zaubern.

Kichererbsen- sowie Linsenmehl, aber auch Kastanien- und Leinmehl bieten sich etwa für herzhafte Pfannkuchen oder selbstgemachte orientalische Speisen wie Falafel-Bällchen an. 

Mehl aus Nüssen wie Mandeln oder Haselnüssen sind natürlich ebenfalls ein guter Ersatz und bieten sich auch zum Backen von Kuchen an. Der natürliche Fettgehalt und die vielen Ballaststoffe erhöhen so die gesundheitlichen Vorteile und können mit weiteren natürlichen Zutaten wie Banane und Apfelmus zum Süßen und etwas Kakaopulver richtig leckere Muffins oder Brötchen ergeben. 

Der Kreativität sind hier keinerlei Grenzen gesetzt. Allerdings bedarf es zunächst ein wenig Tüftelei, wenn es um die gewünschte Konsistenz von Teigwaren geht. Aber auch hier gibt es mittlerweile viele Anleitungen für die richtigen Mengen und Verhältnisse der einzelnen Mehle. Fertige Backmischungen aus Reis-, Mais- oder Teffmehl kannst du bereits in Reformhäusern oder Drogerien finden. 

Vielleicht findest du durch einen zeitweiligen Verzicht auf Gluten auch heraus, dass es dir und deinem Magen-Darm-Trakt besser geht? Selbst wenn du keine diagnostizierte Unverträglichkeit hast, kann es sein, dass Blähungen und andere körperliche Beschwerden sich verringern oder sogar verschwinden. Oftmals ist es auch die Menge, die das „Gift” macht und so kannst du selbst ein wenig testen, was dir guttut und wo du lieber auf glutenfreie Sorten oder Pseudogetreide umsteigst.