Gesundes Naschen in der Weihnachtszeit

Drei gefüllte Bratäpfel mit Nüssen und Honig liegen im Vordergrund auf einem Teller. Im Hintergrund ist ein Glas Punsch zu sehen und daneben ein Teller mit Walnüssen.

Ich weiß, dieses Jahr ist einfach etwas anders und es liegt ein wenig Wehmut in der Luft. Sehnsucht nach Reiseorten, Treffen mit den Liebsten, gemütliches Beisammensein in der Vorweihnachtszeit – das alles ist dieses Jahr nicht wie gewohnt möglich. Auch die Weihnachtsmärkte eröffnen 2020 nicht, sodass wir uns selbst mit Naschwerk versorgen müssen. 

Etwas Gutes hat das Ganze aber doch, denn wir geraten nicht allzu sehr in Versuchung, mehrmals die Woche bei Glühwein, Kinderpunsch, Bratwurst und Pommes, Reibekuchen, gebrannten Mandeln, Lebkuchen und vielen anderen verführerischen Leckereien über die Stränge zu schlagen.

Sicherlich gehört das Naschen für viele von uns zu dieser kalten und gemütlichen Jahreszeit dazu. Doch es müssen keineswegs fettige, zuckerreiche und stark verarbeitete Snacks und Süßigkeiten sein. Auch Plätzchen lassen sich in deutlich gesünderen Varianten selbst backen. Denn was diese Zeit ausmacht, sind insbesondere die tollen, wärmenden Weihnachtsgewürze, die Stollen und Gebäck wie Lebkuchen oder Printen das gewisse Etwas verleihen.

Und von gesünderen Varianten können wir kaum zu viel zu uns nehmen, da sie nicht das übliche Suchtpotenzial haben. Sie sättigen uns und versorgen unseren Körper zugleich mit Nährstoffen, statt ihn zu belasten.

Damit du dir die Vorweihnachtszeit dieses Jahr einmal auf eine gesündere Art und Weise versüßen kannst, verrate ich dir hier einige Alternativen und wie du sie selbst ganz einfach zubereiten kannst:

  1. Weihnachtliche Nussmischung: Nüsse gehen natürlich das ganze Jahr über. Aber wie wäre es mit einer Bio-Nussmischung, deinem liebsten Weihnachtsgewürz (Lebkuchen- oder Spekulatius-Gewürzmischungen gibt es fertig zu kaufen) und einer Rohkostschokolade (optional auch eine Zartbitterschokolade mit hohem Kakaoanteil von 80–90 Prozent).

Diese findest du in einem Bioladen oder Reformhaus. Lasse die Schokolade in einem Wasserbad schmelzen, füge ein bis zwei Teelöffel der Gewürzmischung deiner Wahl hinzu, rühre die Schokolade gut um und tunke anschließend die halbe Nuss in der Schoko-Gewürzmischung. Zum Abkühlen legst du sie auf ein Backblech mit Backpapier aus. In einem schön dekorierten Glas halten sie sich eine ganze Weile und du kannst sie sogar verschenken.

2. Bratäpfel: Kaum etwas anderes ist so klassisch wie der Bratapfel zur Weihnachtszeit. Und das Gute ist: Er lässt sich ganz einfach zubereiten und die Füllung kannst du deinem persönlichen Geschmack anpassen. Für den Bratapfel empfehle ich dir die Sorte Boskop. Er ist schön saftig, säuerlich-süß und bekommt eine besonders tolle Konsistenz im Ofen.

Nimm pro Person einen Apfel, entkerne ihn und hülle die Mitte so weit aus, dass du ihn befüllen kannst. Für die Füllung kannst du Rosinen, (pürierte) Datteln, gehackte Mandeln oder andere Nüsse, Nussmus, Zimt und die Apfelstücke vermischen. Befülle den Apfel mit der Masse und backe ihn bei 180 Grad Ober- und Unterhitze bis er leicht aufplatzt und schön weich geworden ist. 

3. Trockenfrüchte: Mittlerweile gibt es von fast jeder Obstsorte auch die getrocknete Variante. Am beliebtesten sind Mangos, Feigen, Rosinen und Datteln. Feigen und Datteln eignen sich besonders mit gehackten Mandeln und Walnüssen für die Zubereitung von Dattel- und Feigenbrot.

Dazu werden die Trockenfrüchte zunächst in Wasser eingeweicht und anschließend mit einem Mixer fein püriert. Zusammen mit grob gehackten Nüssen kann man eine Art rundes Brot formen, das in der Hälfte geschnitten wird. Dieses Dattel- oder auch. Feigenbrot/Früchtebrot gibt es meist auch fertig zu kaufen und enthält im besten Fall nur zwei Zutaten.

4. Bratapfel-Konfekt: Kleine Energy-Balls lassen sich auch weihnachtlich würzen, indem Datteln püriert, mit Kokosraspeln, Zimt und getrockneten kleinen Apfelstückchen vermischt werden. Forme sie einfach zu kleinen Bällchen und wälze sie anschließend in einer Mischung aus Kokosraspeln und Vanille. Kühl gelagert halten sie sich einige Tage.

5. Lebkuchen-/Spekulatius-Porridge: Winterliche Gewürze können auch dein gewöhnliches Porridge schnell aufpeppen. Mische Lebkuchen-, Christstollen- oder Spekulatiusgewürz ganz einfach unter deine Haferflocken und lasse sie ein paar Minuten durchziehen. Übrigens kannst du dein Porridge auch mal im Backofen bei 180 Grad Celsius backen. In einer kleinen Auflaufform schmeckt es dann fast wie ein weihnachtlicher Gewürzkuchen.

6. Maronen: Typisch auf dem Weihnachtsmarkt sind auch Maronen. Sie sind übrigens der gesündeste Snack, den du dort finden kannst. Maronen sind ballaststoffreich und im Vergleich zu Nüssen nahezu fettfrei. Besorge dir einfach Maronen im Biomarkt und ritze sie mit einem Messer an der spitzen Seite kreuzförmig ein. Lege sie auf ein Backblech und lasse sie bei 180 Grad im Backofen rösten, bis die Schale aufspringt. Vorsicht beim Verzehren. Sie können sehr heiß sein. Aber warm schmecken sie besonders gut.

7. Mandarinen und Orangen: Diese Zitrusfrüchte sind absolute Weihnachtsklassiker. Gespickt mit Nelken können sie jeden Raum in einen wohltuenden Duft hüllen. Der Geruch kann übrigens nachweislich die Stimmung heben und macht uns zuversichtlicher. Aber selbstverständlich lassen sie sich auch jeden Tag verzehren. Sie sind ein perfekter Snack und dank ihres Vitamin-C-Gehaltes stärken sie dein Immunsystem.

8. Weihnachtlicher Gewürz-Punsch: Statt dem abendlichen Glühwein oder sehr süßem Kinderpunsch kannst du selbst einen Gewürz-Punsch ganz einfach und deutlich gesünder aufsetzen. Für den Punsch benötigst du die typischen Gewürze: Sternanis, Zimt, Kardamom und Nelken. Denn das weihnachtliche Aroma macht vor allem diese Kombination aus.

Als Nächstes wählst du deinen Lieblingssaft aus. Er sollte frisch und ohne Zucker sein. Naturtrüber Apfelsaft, Orangensaft oder eher ein Sauerkirschsaft? Du entscheidest selbst. Fülle den Saft deiner Wahl in eine Karaffe, füge die Gewürze hinzu und gib anschließend Orangenschalen einer Bio-Orange hinzu. Lasse die Mischung eine Stunden ziehen, rühre immer mal wieder um und steche mit einer Gabel in die Orangenschalen, sodass auch sie ein wenig Aroma abgibt. In einem Topf kannst du die Mischung anschließend erhitzen und mit Orangenscheiben und einer Zimtstange in Gläsern servieren.

9. Selbstgebackene Plätzchen: Ob Vanillekipferl, Zimtsterne, Lebkuchen, Spekulatius oder klassisches Mürbeteiggebäck, du kannst alle Sorten deutlich gesünder gestalten, wenn du Vollkornmehle wie etwa Dinkelvollkornmehle oder auch gemahlene Nüsse und deutlich weniger Zucker beziehungsweise alternative Süßungsmittel verwendest. Dattelpaste und Nussmuse eignen sich übrigens hervorragend, um den Zuckeranteil zu ersetzen. Setze lieber auf Gewürze wie Zimt, Vanille oder Tonka sowie Rosinen und Datteln. Auch mit Apfelsaft bekommt man Süße in den Teig.

10. Lebkuchen-Latte: Der Lebkuchen-Latte ist ebenso wie der Pumpkin-Spice-Latte ein heiß beliebtes Getränk in vielen Cafés. Allerdings sind sie immer mit äußerst zuckerreichem Sirup hergestellt und somit auch echte Kalorienbomben. 

Die gesündere und dennoch süßlich-cremige Variante kannst du mit einer pflanzlichen Milch zubereiten. Besonders geeignet sind dafür die Barista-Varianten, denn mit ihnen bekommst du auch vorzüglichen Milchschaum hin. Für den Lebkuchen-Sirup benötigst du lediglich einen Teelöffel Lebkuchen-Gewürz, ein paar Löffel pflanzliche Milch und ein bis zwei Esslöffel Ahornsirup. Diese kannst du in einer Tasse mit einem Schneebesen verrühren und anschließend mit heißer Pflanzenmilch beziehungsweise Milchschaum deiner Wahl aufgießen. Eine Prise Zimt auf dem Schaum und fertig ist dein Lebkuchen-Latte.

Solltest du doch einmal zu den üblichen Naschereien greifen, dann genieße sie in vollen Zügen ohne schlechtes Gewissen und halte einfach ein wenig Maß. 

Und noch ein Tipp: Suche dir ein kleines Zeitfenster zum Naschen heraus und bereite dir eine kleine, überschaubare Menge vor. Am besten eignet sich die Nascherei nach deiner Hauptmahlzeit. Denn da ist der Körper noch auf Nahrung eingestellt und Insulin steht sowieso schon bereit, um den Zucker in die Zellen zu schleusen. 

Greifst du hingegen über den ganzen Tag verteilt permanent zu den süßen Leckereien, treibst du deinen Blutzuckerspiegel immer wieder in die Höhe. Das ständige Auf und Ab macht nur noch mehr Gelüste und dein Körper kommt zwischendurch gar nicht zur Ruhe. Gesünder ist es also, die Nascherei als Dessert anzusehen. So behältst du auch den Überblick über die Mengen, denn am Ende des Tages weißt du ansonsten nicht mehr, wie viel du gegessen hast und du wirst es eventuell auch im Magen spüren.