B12-Mangel trotz Fleisch

Auf einem Grillrost liegt Fleisch das in Verbindung mit dem Vitamin B12 gebracht wird

Vitamin B12 ist immer noch ein unterschätzter Vitalstoff. Ein Mangel wird meist nur bei vegan lebenden Menschen vermutet. Allerdings ist ein B12-Mangel wesentlich häufiger anzutreffen, als viele glauben. So leiden mindestens 30 Prozent meiner Patienten, die sich “normal” ernähren, an einem gravierenden B12-Mangel. Dieser wird oftmals gar nicht erkannt. Allgemein bekannt ist, dass Vitamin B12 nur in tierischen Produkten wie Fleisch, Wurst und Milchprodukten vorhanden ist. So wiegen sich die Gruppe der Mischköstler, aber auch die Vegetarier, in Sicherheit. Diese Sicherheit ist jedoch trügerisch und kann gravierende Folgen haben: Denn Vitamin B12 ist extrem wichtig für unser gesamtes Stoffwechselsystem.

Jede Zelle unseres Körpers ist auf diesen Vitalstoff angewiesen. Er schützt unsere Hirn- und Nervenzellen und ist zudem unerlässlich für die Zellteilung. Auch bei der Blutbildung wird er benötigt. Unverzichtbar ist er sowohl für die Entgiftung unseres Organismus als auch für unsere Energieversorgung.

Es ist eindeutig belegt, dass ein ausreichender Vitamin B12-Spiegel vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs schützen kann. Auch neurologischen Erkrankungen wie Polyneuropathie, Hirnatrophie, Multiple Sklerose und Demenz kann vorgebeugt werden. Ein Mangel an B12 beginnt schleichend und die Mangelerscheinungen werden nur selten mit einem zu niedrigen B12-Wert in Verbindung gebracht. Symptome wie Appetitlosigkeit, allgemeine Schwäche, Infekt-Anfälligkeit, Schlafstörungen und Konzentrations-Schwierigkeiten sind jedoch mögliche Hinweise.

Bei manifestem Mangel kann es zu Hirnatrophie, Demenz, Muskelschwund, Arteriosklerose, Osteoporose, Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen. Aber auch psychologische Erkrankungen wie schwere Depressionen und Halluzinationen können Folgen eines akuten B12-Mangels sein.

B12 ist ein Vitamin, das durch die Nahrung zugeführt werden muss. Enthalten ist es fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln. Allerdings scheint die Nori-Alge als pflanzliche Quelle ein zuverlässiger B12-Lieferant zu sein. Wie kommt es aber nun zu dem häufigen Vitamin B12-Mangel, obwohl so viele Menschen tierische Produkte verzehren? Das hat unterschiedliche Gründe: B12 kann nur bei ausreichender Magensäure aus der Nahrung isoliert werden. Vor allem ältere Menschen nehmen immer mehr Medikamente ein, die oftmals die Magenschleimhaut reizen.

Daher werden weitere Medikamente verordnet, um die Produktion von Magensäure zu hemmen. Auch die Pille, Antibiotika und verschiedene Diabetesmittel führen zu einem Mangel an Magensäure. Darüber hinaus benötigt B12 einen Transporter, den sogenannten Intrinsic-Factor, der es vom Verdauungstrakt in das Körper-Innere transportiert. Dieser wird jedoch nur von einer gesunden Magenschleimhaut produziert. Chronische Entzündungen der Magenschleimhaut, aufgrund einer jahrelangen suboptimalen Ernährungsweise, tun ihr Übriges.

Um eine sichere Aussage über Ihren B12-Versorgungsstatus zu erhalten, lassen Sie das aktive B12 (HoloTC) überprüfen und zusätzlich den MMS-Test (Methyl-Malonsäure) durchführen. Der übliche B12-Test kann einen bereits vorhandenen Mangel verschleiern. Sollte sich der Verdacht eines Mangels bestätigen, ist die Zufuhr mit aktivem B12 wichtig, beispielsweise durch hochwertige Nahrungsergänzungen. Oft verschwinden die Symptome dann innerhalb weniger Wochen wie von selbst.

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