Alkohol: Das passiert in deinem Körper

vier personen sitzen am Tisch und stoßen jeweils mit einem Glas Rotwein beim gemeinsamen Abendessen an

Immer wieder bemerke ich, wie stark die Auffassung verbreitet ist, dass ein Glas Wein oder Bier pro Tag der Gesundheit nicht schaden würden. Schlimmer noch: Die vermeintlich geringen Mengen Alkohol werden oftmals sogar für gesundheitsförderlich erklärt! Insbesondere das Herz-Kreislauf-System solle Alkohol in geringen Mengen tatsächlich positiv beeinflussen. Das bestätigten schon einige Studien. 

Für viele Menschen gehören das Glas Rotwein oder die Flasche Bier nach einem harten Arbeitstag schon zur täglichen Abend-Routine. In vielen Fällen dient es als Einschlafhilfe und bietet eine Möglichkeit, sich zu entspannen und mit dem Tag abschließen zu können. Sie kennen dies vermutlich auch: In einer gemütlichen Runde mit Freunden kann man bei einem Glas Wein gelassen den Tag ausklingen lassen. In den seltensten Fällen bleibt es jedoch bei dem einen Gläschen. 

Die Argumentationen für den gesundheits-förderlichen Aspekt stützen sich hierbei meist auf die südlichen Kulturen, die regelmäßig, aber in Maßen, Alkohol — meist Wein aus traditionellem Anbau — konsumieren.

Frankreich, Italien, Spanien — die Länder am Mittelmeer scheinen es vorzumachen. Im Schnitt leben die Menschen dort gesünder und länger als wir Deutschen.

Dabei im Fokus sind vor allem die hoch angepriesenen Inhaltsstoffe im Wein. Das Resveratrol, ein sekundärer Pflanzenstoff, der in Weintrauben, Pflaumen und auch in Erdnüssen vorkommt, spielt wohl die entscheidende Rolle. Es bietet Schutz vor freien Radikalen und hat eine anti-entzündliche Wirkung auf den Körper. Doch sind es wirklich alkoholhaltige Getränke, die den lebensverlängernden Effekt auf diese Kulturen haben? Ich bezweifle dies: Vielmehr sollten wir uns etwas von dem stressärmeren Lebensstil abgucken, den die Menschen in diesen Ländern kultivieren.

Zunehmend muss ich beobachten, wie Alkohol und seine Wirkung auf unseren Organismus verharmlost wird. Von einem Genussmittel kann meines Erachtens nicht die Rede sein. Tatsächlich kann man hier sogar von einem Genussgift sprechen. Neben all den anderen Drogen, die bisher nicht legalisiert wurden, wurde Alkohol verhältnismäßig schnell gesellschaftsfähig

Seine Wirkung wird meiner Meinung nach drastisch unterschätzt: Denn jeden Schluck, den Sie zu sich nehmen, muss Ihr Körper, insbesondere Ihre Leber, auch wieder abbauen.

Während dieses Abbau-Prozesses entsteht ein Zwischenstoff, das Acetaldehyd, das hochgiftig ist und für die Kopfschmerzen, den sogenannten “Kater” am nächsten Tag verantwortlich ist. Er sorgt außerdem dafür, dass vor allem die Muskulatur rund um den Nacken- und Kopfbereich verspannt, was zu den typischen Kopfschmerzen bis hin zu Migräne führen kann. 

Doch damit nicht genug: Alkohol zerstört nicht nur Leber- und Gehirnzellen, sondern auch unsere körpereigenen “Energie-Öfchen”, die Mitochondrien in den Zellen. Das kann verheerende Auswirkungen haben, denn sie entscheiden über unsere Energien und damit auch über unsere Lebendigkeit.

Sehr selten trifft man auf Menschen, die gar keinen Alkohol trinken. Ob bei Veranstaltungen, ein Abend mit Freunden oder Kollegen — es schmeckt, es muntert auf, entspannt zunächst und hat eine soziale Komponente.

Mit diesem Artikel möchte ich Sie vor regelmäßigem Alkohol-Konsum warnen. Genießen Sie lieber zu ganz besonderen Anlässen ein kleines oder halbes Glas. Trinken Sie viel Wasser und helfen Sie Ihrem Körper schon währenddessen bei der Ausscheidung der Giftstoffe. Glücklicherweise kann unser Körper über Entgiftungsorgane wie die Leber und die Niere Gifte ausleiten. Bedenken Sie jedoch, dass er sich während der Ausscheidung von Alkohol nicht von anderen anfallenden Abfallprodukten der normalen Stoffwechselprozesse nicht auch noch trennen kann und diese Prozesse währenddessen blockiert sind.

Ein dauerhaft überlastetes System führt langfristig zu ernsthaften Erkrankungen. Sollten Sie bereits an Diabetes, hohem Blutdruck oder etwa Krebs erkrankt sein, rate ich Ihnen dringend von dem Konsum dieses Genussgifts ab. Greifen Sie zu gesunden Lebensmitteln und genehmigen Sie sich lieber ein Glas Bio-Traubensaft, wenn Sie etwas zu feiern haben. Dieser kann richtig gut schmecken und hat keine negativen Auswirkungen auf Ihren Organismus.