Rheuma: Gibt es Hoffnung für Betroffene?

Eine ältere Frau hält ihre von Rheuma betroffenen Hände vor ihren Oberkörper.

In Deutschland leiden 17 Millionen Menschen an rheumatischen Erkrankungen. Unter den Begriff „Rheuma“ fallen dabei mehr als hundert verschiedene Krankheitsbilder. Leider werden nicht alle Betroffene richtig oder rechtzeitig behandelt. Viele bleiben sogar gänzlich ohne ärztliche Betreuung. Das Problem: Die Symptome schleichen sich nur allmählich ein und beunruhigen nicht sofort. In einem fortgeschrittenen Stadium ist der Verlauf dennoch typisch:

  • Chronische Schmerzen an unterschiedlichen Körperbereichen,
  • Schwellungen der Gelenke mit Rotfärbung und
  • Schäden an Organen und dem Nervensystem sind üblich.

Oftmals sind auch Haut und Augen von Entzündungen betroffen. Die Diagnose „Rheuma“ kommt für viele so spät, dass die Erfolgsaussichten der Behandlung nicht besonders gut sind.

Je eher Rheuma erkannt und dementsprechend behandelt wird, desto besser sind also die Heilungschancen. 

Medikamente gegen Symptome, aber mangelnde Behandlung der eigentlichen Ursache

Wenn du von Rheuma betroffen bist, dann weißt du nur zu gut, wie stark deine Lebensqualität eingeschränkt ist. Dein Immunsystem ist bei Rheuma stark angegriffen und richtet sich gegen deinen eigenen Körper. In der Regel schützt es dich vor Viren, Bakterien, Parasiten und Umweltgiften. Es kann entscheiden, was dir guttut und was dir schadet. Bei Rheuma ist deine körpereigene Sicherheitszentrale jedoch außer Gefecht gesetzt. Sie gerät außer Kontrolle und greift deine Körperzellen an.

Medikamente wie Cortison, Schmerzmittel und Chemotherapeutika sind aus schulmedizinischer Sicht die erste Wahl bei der Behandlung. Hilft eines der Medikamente nicht oder nur unzureichend, kommen oft auch Kombinationen verschiedenster Medikamente zum Einsatz. Sie erleichtern dir zwar zunächst deinen Alltag und dämmen die Symptome ein, die Ursache beheben sie jedoch nicht. Erfolge mit nicht-steroidalen Antirheumatika, Kortison und anderen Mitteln sind zwiespältig zu bewerten.

In einem von fünf Fällen bleiben die Beschwerden bestehen. Häufig leiden Patienten zudem auch unter den Nebenwirkungen der Arzneimittel. Sie verschlimmern bestehende Begleiterscheinungen von Rheuma und schwächen deinen Körper zusätzlich. 

Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, wie du deine Schmerzen reduzieren und deinen allgemeinen Gesundheitszustand erheblich verbessern kannst.

Jedes Medikament, auf das du nicht angewiesen bist, ist ein Erfolg für dich und deine Behandlung. Aber wie kannst du die Dosis der Schmerzmittel verringern, ohne dass du unter weiteren Schüben und Schmerzen leiden musst?

Ich gebe dir im Folgenden fünf Tipps mit auf deinen Weg der Heilung. Wenn du sie beherzigst und jedem Aspekt eine Chance für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten gibst, wirst du merken, wie sich dein Zustand immer mehr verbessern kann. 

5 Tipps, wie du Schmerzen und Entzündungen bei Rheuma auch ohne Medikamente lindern kannst

Vollwertig pflanzliche Ernährung

Mittlerweile besteht kein Zweifel mehr daran, dass tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Eier, Fisch und Milchprodukte Entzündungsprozesse im Körper fördern oder sogar erst verursachen. Vor allem sogenannte Eicosanoide, die sich aus der Arachidonsäure (eine tierische Fettsäure) bilden, fachen immer wieder neue Entzündungsprozesse an. Diese Säure kommt hauptsächlich in Landtieren vor, die wir heutzutage in großen Mengen konsumieren.

Eine bereits geschwächte Körperabwehr wird bei einer ungesunden Ernährungsweise noch schwächer und anfälliger, sodass vor allem bei Rheuma der täglichen Nahrung eine besondere Schlüsselrolle zukommt. Mit einer vollwertigen und pflanzenbasierten Kost, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist, bringst du deinen Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht. In einem basischen Milieu haben Krankheiten und Entzündungen kein so leichtes Spiel mehr. Bestehende Entzündungen können abklingen und es werden weniger Sauerstoffradikale gebildet, die deine Zellen und das Gewebe schädigen.

Fülle deine Mikronährstoff-Speicher auf

Du ernährst dich bereits ausschließlich pflanzlich? Wunderbar. Damit schützt du dich nämlich zusätzlich vor anderen Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes Typ II, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Für dich als Rheuma-Patient reicht leider die beschriebene Ernährungstherapie oftmals nicht aus. Rheumakranke leiden, so bestätigen Studien immer wieder, an einem Mangel bestimmter Mikronährstoffe. Besonders die Vitamine E, A und C sowie die Spurenelemente Selen und Zink fehlen. ((Becker, U.: Dem Rheuma-Schmerz Paroli bieten. Ernährungstherapie. In: UGB-Forum 1/02. S.42.)) 

Für mich ist das eine logische Konsequenz: Dein Körper kämpft täglich gegen Entzündungen an und benötigt deshalb besonders viele Mikronährstoffe. Der Verbrauch ist in diesem Fall sehr groß. Zusätzlich enthält unsere Nahrung heute aufgrund nährstoffarmer Böden und industrieller Fertigungsmethoden deutlich weniger Mikronährstoffe als früher. Das Dilemma ist groß: Dein Körper benötigt deutlich mehr  Vitalstoffe, bekommt aber extrem wenige. 

Ein Mangel an Mikronährstoffen bedeutet für deine körpereigene Abwehr Gefahr. Denn Entzündungsauslösern ist sie machtlos ausgeliefert. Eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Vitalstoffen solltest du deshalb unbedingt sicherstellen.

Intervallfasten in den Alltag integrieren

Doch damit nicht genug. Um deinem Körper einen richtigen Heilungs-Schub zu verpassen, tastest du dich am besten an das Intervallfasten heran. Gerade mit der 16:8-Methode gewährst du deinem Körper Zeiten der Ruhe, sodass er Reparaturprozesse innerhalb der Zelle anstoßen kann. Mithilfe der Autophagie, die nach mindestens zwölf bis 14 Stunden Fastenphase eintritt, kann dein Körper angefallenen Zellmüll und verbrauchte Eiweißmoleküle ausscheiden und neuen Nährstoffen Einlass gewähren. Ist die Möglichkeit der Entrümpelung nicht gegeben, sammeln sich die Altlasten in deinem Gewebe an und stehen der Heilung im Weg. Ablagerungen führen übrigens ebenso zu verklebten Faszien und Spannungen in Muskeln wie zu wenig Bewegung.

Regelmäßiges Dehnen und achtsames Bewegen

Neben einer gesunden Ernährung solltest du dich natürlich auch täglich bewegen. Gehe spazieren, schwimme, fahre mit dem Rad und baue ein Dehnungsprogramm in deinen Alltag ein. Überspannungen in Muskeln und Faszien solltest du als Rheumapatient besonders gering halten. Mit den speziellen Engpassdehnungen von Liebscher & Bracht kann dir dies langfristig gelingen. Morgendliche Gelenksteife, plötzliche Schübe und chronische Schmerzen kannst du damit nicht nur lindern, sondern ihnen auch nachhaltig vorbeugen, wenn du stetig dabei bleibst. Das Beste: Du verringerst gleichzeitig das Risiko von Folgeschäden. 

Mit der Faszien-Rollmassage kannst du übrigens zusätzlich den Stoffwechsel ankurbeln. Das ist bei einer Stoffwechselerkrankung wie Rheuma von besonderem Vorteil. In übersäuerten Bereichen deines Fasziengewebes können Ablagerungen mit der Selbstmassage besser abgetragen werden. Gleichzeitig werden zugeführte Vitalstoffe leichter aufgenommen und du kannst sicher sein, dass sie auch die Zellen erreichen. Die Reparaturvorgänge, die du mit dem Intervallfasten angestoßen hast, kannst du mit der regelmäßigen Faszien-Rollmassage also auch von außen noch aktiv unterstützen, indem du Bewegung in dein Gewebe bringst.

Heilpflanzen integrieren

Mutter Natur hat uns jede Menge natürliche Heilmittel zur Verfügung gestellt, die wir leider viel zu selten nutzen. Altes Heilwissen gerät mehr und mehr in Vergessenheit, sodass wir unheimliches Potenzial vergeuden. Im Zuge meiner Ausbildung in Kräuterkunde stoße ich vermehrt auf wichtige Pflanzen, die auch schon im Altertum gegen jegliche Beschwerden eingesetzt wurden. Warum sollten sie uns also nicht auch heute bei der Heilung unterstützen?

Bei Rheuma empfehle ich dir besonders entzündungshemmende Gewürze wie Kurkuma, Ingwer, Pfeffer, Chili. Es gibt auch wunderbare Gewürzmischungen aus Kurkuma, Kardamom, Cumin, Fenchel und Koriander. Vor allem Curries kannst du damit würzen. Gerade zur kalten Jahreszeit sind diese Gewürze in einem Porridge untergemischt, wärmend und wohltuend. 

Teufelskralle und Schwarzkümmel können ebenso bei Gelenkschmerzen helfen. Besorge dir außerdem Granatapfel-Muttersaft. Diesen bekommst du entweder im Reformhaus, Bioladen und teilweise auch in einem gut sortierten Drogeriemarkt. Er ist reich an Antioxidantien und kann Entzündungen auf besondere Weise lindern. 

Versuche, meine Tipps nach und nach in deinen Alltag zu integrieren und berichte mir unbedingt von deinen Erfahrungen damit. Hinterlasse mir gerne einen Kommentar bei Facebook unter meinem Post und teile deine Erfolge mit anderen Betroffenen.

Ich wünsche dir beste Gesundheit!