Bioidentische Hormone: Die natürliche Lösung für einen chaotischen Hormonhaushalt?

Eine Frau sitzt auf dem Sofa und fächelt sich mit einem Fächer Luft zu, da sie eine Hitzewallung hat

Hormone: Sie halten uns am Leben, haben Einfluss auf unsere Emotionen und regulieren unseren Appetit. Durch sie empfinden wir Glück und Trauer, Wärme und Kälte und sie verändern sich, wenn wir unter Stress stehen. Wir wissen, dass durch sie einiges durcheinander geraten kann — zumindest lassen sie uns das in der Pubertät ganz besonders spüren. Doch auch im Erwachsenenalter leiden viele unter hormonellen Schwankungen. Vor allem Frauen spüren, wenn die Östrogenproduktion mit dem Alter zurückgeht und damit auch andere Hormone in ein Ungleichgewicht geraten. Sie kommen in die Wechseljahre

Wechseljahre und hormonelle Schwankungen

Bis zu diesem Zeitpunkt wissen die meisten Frauen oftmals nicht, welch enorme Wirkkraft in Hormonen, unseren körpereigenen Botenstoffen, tatsächlich steckt. Jetzt werden sie plötzlich mit Hitzewallungen und Schweißausbrüchen konfrontiert. 

Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, plötzliche Depressionen, Schlafstörungen und Haarausfall sind weitere klimakterische Beschwerden, unter denen viele Frauen dann für einige Jahre leiden. Immer wieder erfahre ich, wie intensiv Frauen die Zeit zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr doch wahrnehmen und dass diese Phase für einige kaum auszuhalten ist. 

Bioidentische Hormone — Passgenaue Wirkung

Glücklicherweise gibt es jedoch immer mehr Erfahrungsberichte über den Einsatz von sogenannten “bioidentischen” Hormonen. Deren Erfolg sehe ich zunehmend bestätigt, sodass viele Beschwerden tatsächlich gemindert werden können. “Bioidentische” Hormone, auch “humanidentisch” oder “naturidentisch” genannt, sind Hormone, die ihrer chemischen Struktur nach unseren eigenen Hormonen gleichkommen. Ihre erfolgreiche Wirkung in unserem Körper beruht dabei auf zwei Aspekten. Zum einen wirken sie genau dort, wo unser Körper sein hormonelles Gleichgewicht verloren hat, und fügen sich dabei optimal in unseren Stoffwechsel ein. Zum anderen kann der Organismus sie anschließend ohne Probleme selbst wieder abbauen. Ihre chemische Struktur und die perfekte Verwertbarkeit für unseren Körper sorgen also für eine optimale Verträglichkeit der bioidentischen Hormone. Sind sie individuell richtig dosiert, treten in der Regel keine Nebenwirkungen auf. 

Gestagene und die Anti-Baby-Pille

Im Gegensatz dazu stehen die Gestagene, die in “hormonähnlichen” Medikamenten zum Einsatz kommen. Sie werden insbesondere in der Anti-Baby-Pille verwendet. Durch ihre synthetische Herstellung soll Gestagen dem körpereigenen Progesteron ähneln und als Gegenspieler zum Östrogen genauso in unserem Körper wirken. Doch dies ist nicht möglich, da die künstlichen Gestagene unser eigenes Hormonsystem blockieren und die Produktion von Hormonen unterdrücken. Tatsächlich sind sie mit vielen Nebenwirkungen behaftet: Viele junge Frauen haben schon früh mit Migräne, Wassereinlagerungen, Stimmungsschwankungen und Depressionen zu kämpfen. Unter anderem erhöhen die Gestagene in der “Pille” das Brustkrebsrisiko und können Lungenembolien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. Da erscheinen die frühen Symptome wie Kopfschmerzen und Ödeme vergleichsweise harmlos. Doch auch diese sollten frühzeitig ernst genommen werden und sind die Überlegung, die Pille wieder abzusetzen, allemal wert. 

Auch ich rate jungen Frauen immer wieder dazu, die Pille abzusetzen oder gar nicht erst einzunehmen. Zu hoch ist der Preis, den die Mädchen mit ihrer Gesundheit bezahlen müssen.

So können Ihnen bioidentische Hormone helfen

Um Ihre hormonellen Schwankungen — insbesondere in den Wechseljahren — wieder ins Gleichgewicht bringen zu können, sollten Sie in einem ersten Schritt einen Hormontest durchführen. Suchen Sie sich zunächst einen Spezialisten, der sich mit bioidentischen Hormonen auskennt und solche Hormonersatztherapien anbietet. Um den aktuellen Status all Ihrer Hormone einschätzen zu können, wird Ihr Arzt dann einen Hormontest mit Ihnen durchführen. Bei einem Speicheltest können Sie Ihre Speichelproben sogar ganz einfach selbst einschicken. Anschließend besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt, der Sie je nach Befund mit den für Sie wichtigen Ersatz-Hormonen behandeln wird.

Ob für Sie ein oral angewandtes Mittel oder ein Hormongel, das auf die Haut aufgetragen wird, zum Einsatz kommt, können Sie persönlich mit Ihrem Spezialisten besprechen.