Alzheimer — vermeidbar?

Ein älterer Mann ist im Profil abgebildet. Er hält sich mit zwei Fingern die Stirn, hat die Augen geschlossen und sein Hinterkopf ist in davonfliegenden Puzzleteilen abgebildet.

Alzheimer Teil I: Wie entsteht die Krankheit und welche Symptome sind typisch?

Dinge, Personen, aber vor allem Momente und Erinnerungen geraten mit der Zeit in Vergessenheit. Dies scheint für viele von uns normal zu sein. Denn irgendwann überschreiben wir längst vergangene Ereignisse in unserem Gedächtnis, wenn sie scheinbar nicht von besonderer Bedeutung für unser Leben waren mit neuen Erlebnissen und Gefühlen. Zumindest verblassen sie immer ein Stückchen mehr, je älter wir werden. 

Vergessen Menschen jedoch zunehmend auch alltägliche Dinge und lässt ihr Kurzzeitgedächtnis nach, sollte eine Demenz insbesondere ab dem 60. Lebensjahr in Erwägung gezogen werden. Eine Demenz-Krankheit, die im fortgeschrittenen Alter gar nicht so selten auftritt, ist Alzheimer. Mittlerweile leidet fast die Hälfte der über 85-Jährigen an dieser Erkrankung des Gehirns oder vielmehr Gedächtnisses.

Kurzzeitgedächtnis vs. Langzeitgedächtnis

Typische Symptome beziehen sich hierbei insbesondere auf Verluste des Kurzzeitgedächtnisses, wohingegen das Langzeitgedächtnis oftmals verschont bleibt. Besonders emotional wird es, wenn die Patienten Familienmitglieder und enge Freunde nicht mehr erkennen. Interessant jedoch, dass Musik und bekannte Melodien mit vergangenen Erlebnissen kombiniert die Erinnerung der Betroffenen wecken kann. Dann berichten sie so lebhaft von ihnen , als wären sie erst gestern gewesen. Doch wie kommt es zu den Lücken und was passiert dabei im Gehirn?

Was passiert bei Alzheimer im Gehirn?

Biologisch betrachtet können durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen schon kleinste Veränderungen entstehen, die sich durch eine Schrumpfung des Gehirns um bis zu 20 Prozent auszeichnen. Dies erschwert die Kommunikation der Nervenzellen untereinander erheblich. Denn die Aufgabe dieser ist die Weiterleitung von Informationen über sogenannte Synapsen (Kontaktstellen zwischen den einzelnen Nervenzellen), die unser Denken und Handeln maßgeblich bestimmen beziehungsweise überhaupt erst ermöglichen. Sie bilden ein komplexes Netzwerk, das durch das Absterben der Nervenzellen mehr und mehr Schwachstellen und somit Funktionseinschränkungen aufweist. Einmal abgestorbene Nervenzellen können sich meist nicht wieder erholen, sodass die hinterbliebenen Störungen irreparabel sind und alte Erinnerungen für immer verschwunden bleiben.

Typische Symptome von Alzheimer

Fähigkeiten, die wir als gegeben hinnehmen, sind für Alzheimer-Betroffene kaum bis gar nicht mehr möglich: Vermehrt treten Symptome wie die folgenden auf:

  • Konzentrationsprobleme, 
  • Verwirrungen, wenn es um Ort und Zeit geht (Orientierungslosigkeit),
  • Schwierigkeiten beim Planen und Lösen von Aufgaben (Alltagskompetenz),
  • Sprachstörungen sowie
  • Verfremdung (Nicht wiedererkennen von Angehörigen des näheren Umfelds)

Doch wie kommt es zu dem Gedächtnisverlust und weshalb sind so viele Menschen heutzutage davon betroffen? 

Eindeutige Ursache noch ungeklärt

Bekannt ist, dass sich Alzheimer durch alle Bevölkerungsschichten und Berufe zieht. Es scheint, als sei keine spezielle Gruppe verschont, sodass kein gemeinsamer Faktor als Ursache in Betracht kommen könnte. 

Die genetische Prädisposition spielt laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zwar eine Rolle, ist jedoch nur bei insgesamt drei Prozent der Fälle die alleinige Ursache für die Erkrankung. Das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, scheint in einer vorbelasteten Familie erhöht sein, wird aber nicht nur einziger Faktor verantwortlich für die Entwicklung der Erkrankung sein.

Auch ich denke, dass es viele verschiedene Faktoren zu berücksichtigen gilt, wenn wir die Ursache ausmachen wollen. Alzheimer zählt zu den bekannten Zivilisationskrankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch muss deshalb insbesondere unsere moderne Lebensweise einen maßgeblichen Anteil an der Entstehung haben. 

Machen viele das Alter verantwortlich für den Gedächtnisverlust, vertrete ich die Meinung, dass 

bei vielen „Alterskrankheiten” nicht das Alter, sondern die Anzahl der ungesund gelebten Jahre die Ursache ist.

Faktoren, die uns zunehmend kränker machen

Zu wenig Bewegung, schlechte Ernährung mit vielen tierischen Produkten, Fett und Zucker, aber auch ein stressiges Arbeits- oder Privatleben mögen sich vielleicht nicht sofort offensichtliche Auswirkungen haben. Leben wir jedoch viele Jahre damit, dann sind es eben diese Faktoren, die unseren Körper allmählich belasten und stark anfällig machen.

Hinzu kommen Medikamente, die wir gegen den steigenden Blutdruck nehmen, Insulin, das wir uns als Diabetes-Patienten spritzen müssen, Schmerzmittel, die wir gegen Leiden immer wieder einwerfen. Selten denken wir darüber nach, welche Schäden auch sie in unserem Körper verursachen und dass sie die eigentlichen Ursachen lediglich kaschieren, indem sie die Symptome kurzzeitig lindern. Von den Nebenwirkungen möchte ich gar nicht erst anfangen. 

Außerdem konsumieren wir immer mehr Fertigprodukte, die stark verarbeitet sind und durch bestimmte Zusatzstoffe wie Konservierungs-, Farb- und Süßstoffe haltbarer und schmackhafter werden. Insbesondere Aluminium und Quecksilber sind zwei Stoffe, die die Bluthirnschranke unter gewissen Bedingungen passieren können und sich im Gehirn ablagern. Auch Pestizide sind körperfremd und schaden langfristig unserem Organismus. 

In deiner Familie trat Alzheimer in vorigen Generationen bereits auf? Dann musst du nicht direkt verzweifeln, denn auch wenn Genetik zum Teil bei der Entstehung von Krankheiten eine Rolle spielt, bedeutet das nicht gleich, dass sie auch bei dir auftreten müssen. Denn, so zeigen unter anderem einige Studien, lassen sich Gene beeinflussen – und zwar durch gesunde Ernährung und den richtigen Lebensstil.

Sei gespannt auf den nächsten Teil, in dem ich dir verrate, was du tun kannst, um dich bestmöglichst vor Alzheimer schützen zu können.