Mönchspfeffer: Die Heilpflanze gegen hormonelle Beschwerden

Getrockneter Mönchspfeffer und Tinkturfläschchen

Der Mönchspfeffer, auch Vitex Agnus Castus genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler. Umgangssprachlich nennt man ihn auch gerne Keuschlamm oder Keuschbaum, da sich die Worte agnus für “Lamm” und castus für “keusch” aus dem Lateinischen übersetzen lassen. Bereits in früheren Zeiten wurde ihm nachgesagt, dass er die Libido beeinflusse und die sexuellen Triebe zügele. Man sagt, dass Mönche die rötlich bis schwarzen Beeren genascht haben, um keusch zu bleiben und ihre sexuellen Gelüste zu unterdrücken.

In der Naturheilkunde ist der Mönchspfeffer schon lange im Einsatz und erfreut sich insbesondere bei Frauen großer Beliebtheit. Tatsächlich ist die Wirkungsweise bei einem hormonellen Ungleichgewicht wissenschaftlich bestätigt. So empfiehlt man die Samen der pfeffer-ähnlichen Früchte gerne bei Zyklusstörungen und einem aus dem Gleichgewicht geratenen Hormonhaushalt. Denn sind bestimmte Hormone im Ungleichgewicht, laufen eine Vielzahl von wichtigen Funktionen im Körper nicht mehr richtig ab.

Hormone beeinflussen unseren Stoffwechsel, unseren Kreislauf und haben Einfluss auf unsere Fruchtbarkeit. Besonderen Stellenwert haben die Nebennieren-Hormone, die sich auf unser Stressempfinden auswirken. Steigt beispielsweise unser Stresspegel im Alltag an, schütten die Nebennieren vermehrt Cortisol, das berühmte Stresshormon, aus. Mönchspfeffer kann dabei helfen, dieses hormonelles Ungleichgewicht wieder in Balance zu bringen.

Insbesondere beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) mit depressiver Verstimmung oder während der Wechseljahre findet Agnus Castus gerne Verwendung, da es langfristig so manche Beschwerden lindert.

So wirkt Mönchspfeffer

Das Tolle am Mönchspfeffer ist seine regulierende Wirkung. Er knüpft direkt dort an und gleicht an denjenigen Stellen in unserem Hormonsystem aus, wo Hormone nicht mehr im Einklang miteinander sind. Denn die Stoffe aus den Samenkapseln des Mönchspfeffers haben eine dopamin-ähnliche Wirkung und docken am Rezeptor für Dopamin an der Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse, an.

Vor allem bei einem zu hohen Prolaktinspiegel — dieser verhindert eine Schwangerschaft — zeigt der Mönchspfeffer seine hervorragende Wirkung, da er die Ausschüttung von Prolaktin hemmt und die Fruchtbarkeit der Frau erhöhen kann. Doch auch bei einem gestörten Zyklus aufgrund anderer Hormon-Dysbalancen, kann Mönchspfeffer in vielen Fällen erfolgreich eingesetzt werden.

Die richtige Einnahme und Dosierung richtet sich nach individuellen Beschwerden

Zur Einnahme empfehlen sich vor allem Kapseln, Tropfen oder Tabletten. So kannst du sichergehen, dass du die täglich empfohlene Verzehrmenge auch wirklich einhältst. Bezüglich der richtigen Dosierung für dich solltest du auf jeden Fall mit deinem behandelnden Arzt Rücksprache halten. Denn diese sollte sich nach dem Beschwerdebild richten und individuell eingestellt sein. Rechne allerdings damit, dass es einige Zeit braucht, bis sich die volle Wirkung bemerkbar macht.

Da es sich bei Mönchspfeffer um ein natürliches Arzneimittel handelt, muss der Körper zunächst ein Depot über einen längeren Zeitraum aufbauen. Bedenke, dass auch deine hormonellen Dysbalancen nicht von heute auf morgen entstanden sind. Um erste Erfolge erkennen oder spüren zu können, sollte die Einnahme von Mönchspfeffer regelmäßig mindestens für über drei Monate erfolgen.

Nebenwirkungen sind nur wenige bekannt und beschränken sich auf Haut-Juckreiz oder Spannungsgefühle in der Brust, die auf die hormonellen Schwankungen hinweisen können.
Doch auch hier ist die individuelle Dosis entscheidend, sodass mit einer Anpassung an die eigenen körperlichen Umstände Nebenwirkungen im Regelfall fast ausgeschlossen sind. Da es jedoch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten geben kann, solltest du auch hier frühzeitig Rat bei deinem Arzt suchen.

Sicher ist jedoch, dass bei Schwangerschaft und in der Stillzeit Mönchspfeffer nicht eingenommen werden sollte!