Heilpflanze 2020: Die himmelblaue Wegwarte

Zu sehen sind drei blaue Blüten der blauen Wegwarte an ihrem Stengel. Im Hintergrund ist grünes Gras und Natur angedeutet.

Sie ist extrem robust, wächst unter den widrigsten Umständen, schmeckt hervorragend und bietet unterschiedlichste Heilwirkungen für uns Menschen – die himmelblaue Wegwarte.

Leicht könnte sie als typisches Unkraut durchgehen und deshalb extrem unterschätzt werden. Doch diese Heilpflanze bringt durch ihre schönen blauen Blüten Farbe in dunkle Ecken, an Mauern, Zäune und Wegränder. Pflanzenkenner bezeichnen sie auch als Blauwarte. Sie lockt Wildbienen an, denen sie mit ihren Blüten Nahrung bietet. Die Samen der Pflanze dienen zudem Vögeln wie dem Stieglitz als Futter.

Schon lange vor Christi Geburt wurde dieses frisch prämierte Heilkraut als Gemüse verwendet. Wenig später wusste man bereits um die Heilwirkung bei Blasen-, Leber- und Nierenleiden. Hildegard von Bingen verordnete das Heilkraut bei Verdauungsbeschwerden und Paracelsus setzte die Wegwarte als Entgiftungsmittel ein. Pfarrer Kneipp wendete sie bei Gicht und schmerzhaften Entzündungen als Auflage an.

Heutige Verwendung der blauen Wegwarte

Tatsächlich ist die Wegwarte auch heute als Arzneimittel bei leichten Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit zugelassen. Besonders die Zubereitung als Tee mögen auch Kinder. Der Gehalt an Bitterstoffen ist in der Blauwarte nämlich im Vergleich zum Wermuttee, der ebenfalls oft für die Verdauung eingesetzt wird, wesentlich niedriger. Heutige Naturheilkundler setzen sowohl Wurzel als auch Kraut der blauen Wegwarte bei Hautproblemen und Erschöpfungszuständen ein.

Besonders jetzt, wo der Frühling vor der Tür steht, ist die Blauwarte ein wahrer Schatz für eine Detox-Kur. Eine wesentliche Eigenschaft dieses Krauts ist die Bindung von Schwermetallen in unserem Organismus. Belastungen mit giftigen Schwermetallen kommen bei uns Menschen häufig vor. Durch regelmäßigen Fischverzehr sammelt sich Quecksilber in unserem Körper an und Zahnplomben, die mit Amalgam gefüllt sind, strapazieren unsere Gesundheit zusätzlich. Auch Blei und Cadmium sind Schwermetalle, die für uns toxisch wirken und aufgrund unserer modernen Lebensweise oft in zu hoher Konzentration im Körper vorkommen.

Eine Heilpflanze als Kaffee-Ersatz?

Wusstest du, dass die Blauwarte in der Zeit Napoleons als Kaffee-Ersatz diente? Aus seinem ursprünglichen Namen “Mocca faux” entstand die noch heute häufig verwendete Bezeichnung “Muckefuck” für Kaffee-Ersatz-Produkte. Vielleicht möchtest du dich ja selbst einmal an einem “falschen” Kaffee versuchen und gleichzeitig von den Heilwirkungen dieser Pflanze profitieren?
Trockne dafür die gereinigte und kleingeschnittene Pfahlwurzel und röste sie dann in einer Pfanne ohne Fett. Anschließend zermahlst du die Wurzel und gießt sie wie normalen Kaffee mit kochendem Wasser auf. Gießt du die Flüssigkeit nach kurzer Zeit dann durch ein Sieb, kannst du den “Muckefuck” trinken. Der Geschmack ähnelt tatsächlich unserem braunen Kultgetränk.

Ein leckerer Salat für beste Gesundheit

Aus Züchtungen der Blauwarte sind auch Salatsorten wie Radicchio und Chicoreé entstanden, die ich gerne aufgrund ihres hohen Anteils an Bitterstoffen empfehle. Eine Kombination mit Orangen und Fenchel ist eines meiner Lieblingsrezepte für einen frischen Salat. Gewürzt mit dem Saft einer Limette, etwas Kurkuma, Pfeffer, Meersalz und einem Esslöffel Leinöl sättigt er nicht nur gut, sondern ist auch eine hervorragende Mahlzeit für die gesunden Darmbakterien. Und diese sind Voraussetzung für eine robuste Gesundheit.