Die Erde brennt: Das kannst du sofort dagegen tun!

Illegale Abholzung und Rodung für Weidefläche im Amazonas

In den letzten Wochen gab es kaum Bilder und Schlagzeilen, die so häufig in den Sozialen Medien geteilt wurden oder über den TV-Bildschirm geflimmert sind: Brasiliens grüne Lunge — nein, die unserer Erde –, brennt. Doch nicht nur im Amazonas richten die flächendeckenden Brände Verheerendes an. Immer mehr Teile unseres Planeten geraten in Brand. Dafür verantwortlich ist nicht nur die allgemeine Trockenzeit in Brasilien, die stets  im Juli beginnt und noch bis Oktober anhält. Was bis dahin passiert, möchte ich mir gar nicht ausmalen, wenn die aktuelle Situation bestehen bleibt.

Die illegalen Abholzungen in Brasilien dienen auch einem ganz bestimmten Zweck. Farmer, die für ihre Rinder Weidefläche brauchen, betreiben Brandrodung, die von der brasilianischen Regierung sogar unterstützt wird. Wusstest du, dass es in Brasilien mehr Rinder als Menschen gibt? Denn Brasilien ist der größte Rindfleisch-Exporteur der Welt und beliefert unter anderem große Fast-Food-Ketten bei uns.

Immer wieder spreche ich als Ärztin und Ernährungsmedizinerin die gesundheitlichen Aspekte an, die mit dem Konsum von Tierprodukten in Verbindung stehen. Dabei ist es mir selbstverständlich ebenfalls ein Anliegen, unseren Planeten so gut es geht zu schützen. Es ist höchste Zeit, dass etwas passiert und jeder Einzelne bei sich beginnt, alltägliche Verhaltensweisen zu hinterfragen und sein Konsumverhalten umzustellen.

Bis zu 73.000 Brände wurden mittlerweile in Brasilien registriert und es kommen täglich neue dazu. Umgerechnet brennen somit drei Fußballfelder pro Minute — es herrscht absoluter Notstand.

Mache dir bitte bewusst, dass alles Leben auf der Erde von den Regenwäldern abhängt. Denn sie filtern so viel CO2 aus der Luft, wie es sonst nirgendwo möglich ist. Zusätzlich produzieren sie Sauerstoff und beheimaten zahlreiche Tierarten. Über 200 indigene Völker leben dort und auch ihnen droht jede Existenz-Grundlage wegzubrechen. Aktuell machen die Rodung und die Brände des Regenwaldes bis zu 20 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus.

Doch jeder Einzelne von uns kann sofort etwas gegen die verheerenden Zustände unseres Planeten tun.

Mit einer pflanzenbasierten Ernährung können wir nicht für uns selbst und unsere Gesundheit etwas Gutes tun, sondern gleichzeitig unseren Planeten schützen. Sorge mit der Wahl deiner Lebensmittel und mit deinem alltäglichen Verhalten für den Erhalt unseres grünen Planeten.

11 Dinge, die DU sofort tun kannst:
  1. Verzichte auf Tierprodukte, insbesondere Fleisch! Denn mit Fleischkonsum unterstützt du nicht nur die Brandrodung in Südamerika und in anderen Teilen unserer Erde, sondern zugleich die Massentierhaltung.
  2. Kaufe regionale, saisonale und biologische Produkte. Denn so hältst du den ökologischen Fußabdruck gering und vermeidest umwelt- und gesundheitsschädliche Pestizide.
  3. Trinke Leitungswasser statt in Plastikflaschen abgefülltes Wasser. Unser Leitungswasser wird streng kontrolliert und wenn du es zuhause zusätzlich filterst, dann trinkst du nicht nur gutes Wasser, sondern schonst gleichzeitig unsere Umwelt. Indem du auf Plastikflaschen verzichtest, tust du auch deiner Gesundheit einen großen Gefallen. Denn in den meisten PET-Flaschen sind Weichmacher, sogenannte Bisphenole, enthalten, die in dein Hormonsystem eingreifen können.
  4. Benutze wiederverwendbare Becher. Unendlich viele Coffee-to-go-Becher sind täglich im Umlauf, die einmal gebraucht werden und dann im Müll landen. Kaufe dir stattdessen einen plastikfreien Becher — mittlerweile gibt es welche aus Bambus und anderen nachhaltigen Materialien –, den du überall hin mitnehmen kannst. In den meisten Cafés bekommst du sogar 50 Cent Erlass auf deine Bestellung, wenn du deinen eigenen Becher mitbringst. Eine echte Win-Win-Situation, oder?
  5. Verzichte auf Strohhalme und Eislöffel bei deiner Lieblingseisdiele und bringe dir selbst welche mit. Es sind wirklich die kleinen Dinge, die am Ende Großes bewirken.
  6. Reduziere auch beim wöchentlichen Lebensmittel-Einkauf deinen Plastikkonsum. Du bekommst für Gemüse und Obst fast in jedem Laden passende Beutel, die sogar gewaschen werden können. Mittlerweile sollte jeder so weit sein, eigene Taschen mitzubringen, um den gesamten Einkauf zu verstauen. Unsere Weltmeere sind voll mit Plastik und Tiere ersticken daran. Wusstest du, dass es bis zu 450 Jahre dauert, bis Plastik abgebaut ist?

7. Dich nervt der Werbemüll im Briefkasten, der ohnehin nur im Müll landet? Dann bestelle ihn direkt ab, indem du ein Schild an deinen Briefkasten klebst auf dem “Bitte keine Werbung und keine kostenlosen Zeitschriften” steht. Ansonsten ist dein Briefträger nämlich leider dazu verpflichtet, dich weiter mit Werbung zu versorgen. Die mündliche Bitte reicht hier also nicht.

8. Du drehst morgens oder abends deine Jogging-Runde oder spazierst mit dem Hund? Auch hier kannst du etwas tun und Müll, der dir auf dem Weg begegnet, einsammeln und bei nächster Gelegenheit entsorgen. 

9. Auch mit Papier sollten wir sparsam umgehen und es wiederverwenden. Denn auch hierfür wird der Regenwald abgeholzt. Ob Schuhkartons, die du als Pakete umfunktionierst, oder Fehldrucke, bei denen du die Rückseite noch als Schmierpapier benutzen kannst. Werde kreativ,schone deine Umwelt und frage dich immer wieder: “Muss ich das wirklich gerade ausdrucken?”.

10. Hinterfrage auch regelmäßig  deinen allgemeinen Konsum. Stelle dir die Fragen: “Brauche ich das wirklich?” und “Wie lange habe ich wirklich etwas davon?” Auch der Aspekt der Herstellung ist wichtig. Wen unterstützt du mit deinem Kauf und inwieweit kannst du das mit deinen Werten vereinen? Es gibt mittlerweile etliche Fair-Fashion-Labels, die unter fairen Bedingungen Kleidung herstellen. 

11. Fahre mit dem Fahrrad statt mit dem Auto. So bringst du gleichzeitig ein wenig Bewegung in deinen Alltag. Wenn die Strecken doch zu weit sind, dann steige auf öffentliche Verkehrsmittel um oder bilde mit Freunden oder Kollegen Fahrgemeinschaften.